Chronik 2000 - 2004 31.12.2004
Chronicle 2000 - 2004 | Historia od 2000 do 2004 roku

Semesterticket und neue Bahnpreise
Dienstag, 1. Februar 2000

Die Deutsche Bahn erhöht ihre Preise im Nahverkehr um 3,9% (Westdeutschland 2,9%). Damit sind die Nahverkehrstarife der Deutschen Bahn knapp 10 Jahre nach der Wiedervereinigung in Ost und West auf gleichem Niveau. Bisher lagen die Tarife in Ostdeutschland unter denen im Westen Deutschlands. In zahlreichen Preisrunden ist dieser Unterschied geschmolzen und wird nun ganz aufgehoben. Da solche Steigerungen nicht zwangsläufig von den Verkehrsverbünden wie dem VBB übernommen werden, bleiben die Bahnfahrten innerhalb des VBB-Gebietes im Preis vorerst unverändert.

Unterdessen wurde im Februar an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) die Einführung eines Semestertickets beschlossen. Für 149 DM (etwa 76 €) kann jeder Student dieser Hochschule durch ganz Brandenburg fahren. Die 149 Mark muss jeder der damals 3.500 Studenten entrichten, unabhängig ob der öffentliche Verkehr benutzt wird oder nicht.

Fahrgastinformationssystem SmartInfo installiert
Februar 2000

SmartInfo-Anzeige
SmartInfo-Anzeige

Neben der Haltestelle Dresdener Platz sind weitere Stationen mit dynamischen Fahrgastinformationssystemen ausgestattet worden. So zeigen die so genannten SmartInfo-Anzeigen an den Bushaltestellen am Bahnhof datenfunkgesteuert die nächsten Abfahrten der Buslinien und des Nachtbusses an. Die Haltestellen Südring, Birkenallee, Zentrum und Brunnenplatz folgen bzw. sind bereits mit ähnlichen Anlagen ausgestattet.

Außerdem wurden einige Haltestellen mit VBB-Fahrscheinautomaten ausgestattet. Während in allen Bussen und Bahnen bereits seit Jahren der Kauf bestimmter Fahrscheine gegen Münzgeld oder Geldkarte (Bargeld-Chip auf der EC-Karte) möglich ist, können an diesen Automaten alle VBB-Angebote auch gegen Geldscheine erworben werden. Automaten befinden sich am Kundenzentrum am Brunnenplatz, an den Haltestellen Bahnhof, Topfmarkt, Südring, Birkenallee, Dresdener Platz und Prager Straße. Nur gut zwei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme werden die Automaten der Firma Klüssendorf im Zuge der Euroeinführung allerdings wieder außer Dienst gesetzt und abgebaut. Eine Umrüstung auf die neue Währung wäre dem Vernehmen nach zu teuer gewesen. Der Hersteller hatte unterdessen Konkurs angemeldet und eine andere Firma wollte oder konnte dies nicht bewerkstelligen. Außerdem sollen die Automaten nur gering genutzt worden sein, so dass ein Umbau nicht lohnenswert erschien.

Erdrutsch an der Kopernikusstraße
Dienstag, 29. Februar 2000

In den späten Abendstunden verursachte ein Defekt an einem Hauptwasserrohr zwischen den Haltestellen Südring und Kopernikusstraße einen Erdrutsch. Das Rohr ist im oberen Bereich der im Einschnitt liegenden Straßenbahnstrecke verlegt und unterspülte diesen so stark, dass mehrere Kubikmeter Erdreich und ganze Bäume in Bewegung gerieten und die Tramgleise verschütteten. Der Einschnitt dient der Unterfahrung der Kopernikusstraße für die Straßenbahn.

Am 1. März begannen die Aufräumarbeiten mithilfe des durch den Erdrutsch vom übrigen Netz isolierten Triebwagens 223 (Typ KT4DM, Baujahr 1990) und des Gelenkarbeits-Beiwagens 1 (ex G4-61, 1992 ex Erfurt Bw 18, Baujahr 1961/87). Dieser war mit einem Bauschuttcontainer bestückt, in den die Erdmassen per Zweiwegekran verladen wurden. Gegen 14.30 Uhr des 1. März war die Strecke wieder befahrbar. Bei der grundhaften Sanierung des Abschnittes im Sommer 2003 wurden schließlich neue Stützwände errichtet, die ein erneutes Abrutschen der Hänge rechts und links der Gleise verhindern sollen.

Neue Haltestelle Gartenstadt
Freitag, 3. März 2000

KT4DM 207 in grüner Totalreklame
KT4DM 207 in grüner Totalreklame

Zwischen den Haltestellen Kopernikusstraße und Friedenshöhe (heute Astronergy Solar Module) entstand in den letzten Jahren eine Einfamilienhaussiedlung, die am 3. März 2000 Anschluss an das Straßenbahnnetz erhielt. Die Linien 4 und 7 hielten seitdem an der neuen Haltestelle Gartenstadt. Zwei je 40 Meter lange Bahnsteige ermöglichen auch GT6M und KT4DM-Doppeltraktionen den Halt an der neuen Station. Stadtauswärts fahren die Bahnen etwa 600 Meter parallel zur Buckower Straße, kurz bevor sie diese überqueren wird die neue Haltestelle erreicht. Die Station erhielt Zugänge an beiden Enden, Beleuchtung und ein Wartehäuschen in Richtung Innenstadt.

Neue Haltestellen Brunnenplatz und Magistrale
Freitag, 31. März 2000

Einkaufszentrum Lenné-Passagen
Einkaufszentrum Lenné-Passagen

An diesem Tag wurde unter Beteiligung von Vertretern der Stadt, des Landes, des Investors und tausender Einwohner das neue Einkaufszentrum Lenné-Passagen in der Innenstadt eröffnet. Direkt gegenüber dem bisher wichtigsten Konsumtempel Oderturm gelegen, und mit diesem über eine Glas-/Stahlbrücke verbunden, erhofft man sich von der neuen Mall eine weitere Belebung der Innenstadt. Statt weiterer Einkaufszentren auf der grünen Wiese, ist die Ansiedlung von Kultur und Einkaufsmöglichkeiten in der City jetzt das Leitbild.

Der Berliner Investor forderte für sein 147 Mio. DM teures Bauprojekt einen guten Nahverkehrsanschluss. Dem trägt die neue kombinierte Bus- und Tramhaltestelle Brunnenplatz Rechnung. Die Straßenbahnlinien 1 und 3, sowie die Buslinien 980, 981, 983, 985 halten fortan fast zwischen den beiden Einkaufszentren. Über Fahrstühle wird die Brücke über die Karl-Marx-Straße erreicht, die beide miteinander verbindet. Wegen der räumlichen Nähe wurde die bisherige Straßenbahnhaltestelle Schmalzgasse aufgegeben. Stattdessen hält die Straßenbahn jetzt etwa 200 Meter weiter nördlich zusätzlich an der neuen Haltestelle Magistrale. Der Vorteil der neuen Station ist die Nähe zum Grenzübergang nach Słubice/Polen. Die Regionalbushaltestelle Karl-Marx-Straße ist gleichzeitig vom Brunnenplatz zur alten Straßenbahnhaltestelle Schmalzgasse verlegt worden.

Fahrplanwechsel 2000
Sonntag, 28. Mai 2000

Fahrplanheft 2000
Fahrplanheft 2000

Zum Fahrplanwechsel 2000 wurde das Linienangebot bei der Straßenbahn gestrafft. Knapp zwölf Jahre nach ihrer Einführung im Oktober 1988 wurde die Straßenbahnlinie 7 abgeschafft. Auch die Linie 3 verschwindet für zweieinhalb Jahre. Stattdessen wird die Linie 4 verdichtet. Wie zu erwarten, ist der Wegfall beider Linien nicht vollständig ausgeglichen worden, sondern die Möglichkeit wurde erneut genutzt, um das Angebot leicht einzuschränken. Wie schon 1996, bei der Umstellung vom 15- auf 20-Minuten-Takt, hieß es von der SVF: Einen Attraktivitätsverlust soll es ... nicht geben. Geschaut wurde, wo Veränderungen sinnvoll sind. Erstmals wird zum Fahrplanwechsel kein gebundenes Fahrplanheft herausgegeben, sondern eine Sammlung kleiner Heftchen, in denen parallel fahrende Linien zusammengefasst sind. Nicht mehr enthalten sind die Regionalbus- und Regionalbahnlinien.

VBB-Fahrplan 2000/2001
(28.05.2000-09.06.2001)

Am Wochenende fahren Bahnen und Busse erst um 6.30 Uhr aus dem Depot. Sonnabends ab 16 Uhr (damaliger Ladenschluss) und Sonntags ganztägig gilt nur noch ein 30- statt 20-Minuten-Takt. Ebenfalls am Wochenende ist etwa 30 Minuten früher Feierabend. In Richtung Lebuser Vorstadt fährt werktags nur noch alle 20 statt 10 Minuten eine Bahn. In der Presse wurde im Vorfeld zwar angekündigt, dass die Linie 1, zum Ausgleich der weggefallenen Linie 3, in den Spitzenzeiten alle 10 Minuten fahren würde, die Verdichtung der Linie 1 wurde jedoch nie vorgenommen.

Straßenbahn: Um den Wegfall der Linien 3 und 7 zu kompensieren, fährt Linie 4 Montag bis Freitag zwischen 5 und 18 Uhr alle 10 Minuten. Außer in der Früh- und Nachmittagsspitze endet dabei jede zweite Fahrt bereits an der Kopernikusstraße. Neu ist ein Kleinbus am Wochenende gegen 6 Uhr zwischen Bahnhof und Klinikum. Bisher war der Kleinbuseinsatz auf den Abschnitt Markendorf - Kopernikusstraße beschränkt. Durch den späteren Betriebsbeginn der Straßenbahn am Wochenende ist dieser Bus zum Schichtwechsel im Klinikum nötig. Gestrichen wurden Zusatzfahrten auf den Linien 4, 5 und 6 im Frühberufsverkehr und Fahrten zum Vorlesungsbeginn und -ende der Universität. Erhalten blieben damit nur die Verstärkerfahrten der Linie 2.

Stadtbus: Ohne Erwähnung durch die SVF blieben die Einschränkungen bei den Buslinien 980 (früher Linie A), 981 (B) und 985 (G). Linie 980 fährt auch Montag bis Freitag nur noch alle 40-60 Minuten statt alle 40 Minuten. Tagsüber fährt jeder zweite Bus von/bis Rosengarten, Bahnhof. Auch Linie 981 kommt seltener, fuhren bisher während der Geschäftszeiten am Sonnabend noch alle 20 Minuten die Busse, so gilt auch hier nur noch ein 40-Minuten-Takt. Sonntags und Sonnabend Abend gilt nur noch ein 60- statt 40-Minuten-Takt. Linie 985 fährt pro Werktag und Richtung nur noch 3 bzw. 4 mal am Tag. Die Buslinie 987 fährt sonnabends seltener, alle 45 statt bisher alle 30 Minuten. Linie 986 zum Helene-See fährt stark gekürzt. Statt vom Spitzkrug durch die Innenstadt und über Neuberesinchen zum Helene-See zu fahren, startet sie nun erst in Neuberesinchen. Neu ist die zusätzliche Bedienung zweier neuer Haltestellen im Neubaugebiet Römerhügel durch die Buslinie 980. Ausgeweitet wurde das Nachtangebot. Statt bisher ein Nachtbus, der ringförmig die gesamte Stadt erschloss, fahren nun zwei Nachtbuslinien, beide allerdings weiterhin N1 genannt, ebenfalls ringförmig mit Treff am Bahnhof. Leider ohne griffigen Takt fahren beide alle 25 bis 50 Minuten, einer eine nördliche Route, der andere eine südliche Route.

Regionalverkehr: Das Zugangebot nach Berlin wird verbessert, der auch heute noch gültige Halbstundentakt wird eingeführt. Die seit zwei Jahren im Schienenersatzverkehr bedienten Stationen zwischen Fürstenwalde und Frankfurt werden wieder von Zügen angefahren. Dazu werden die bisher in Fürstenwalde endenden Züge bis Frankfurt verlängert. Somit fahren etwa alle 30 Minuten Züge des RE1 in Richtung Berlin und Potsdam. Jeder zweite Zug hält dabei zwischen Frankfurt und Fürstenwalde auf jedem Unterwegshalt, die anderen Züge halten zwischen Fürstenwalde und Erkner überall. Dadurch sank die Fahrzeit trotz Streckenausbau allerdings kaum. Zwischen Fürstenwalde und Frankfurt wird seit zwei Jahren gebaut. Die Bahnstrecke Berlin - Warschau soll künftig durchgehend mit 160 Stundenkilometern befahrbar sein. Die RegionalBahn RB12 von Frankfurt über Beeskow nach Berlin wird in RB36 umbenannt. Die bisherige RegionalBahn RB60 von Frankfurt nach Berlin-Lichtenberg über Eberswalde heißt von nun an RE7, auch wenn die gleichen Stationen wie bisher angefahren werden. Nur ein Jahr später wird diese Umbenennung wieder rückgängig gemacht.

Straßenbahn ab 28.05.2000
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(Markendorf - Kopernikusstraße im Abendverkehr Kleinbusse)
Linie 5 Neuberesinchen - Bahnhof - Messegelände
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Montag-Freitag 5.30-18.30 Uhr)
Stadtbus ab 28.05.2000
Bus | Autobus
Linie 980 Seefichten / Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Rosengarten
(Mo-Fr ab 21 Uhr, Sa/So ab 19 Uhr ab Kopernikusstraße)
Linie 981 Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Spitzkrug
 
Linie 982 Bahnhof - Rosengarten - Lichtenberg - Markendorf
(nur bis 19 Uhr)
Linie 983 Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)
Linie 984 Bahnhof - Zentrum - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr; zum Helene-See nur im Winter am Wochenende)
Linie 985 Bahnhof - Zentrum - Prager Straße - Heinrich-Heine-Straße
(nur Montag-Freitag 6-7 und 15-17 Uhr)
Linie 986 Neuberesinchen - Helene-See
(nur Saisonverkehr und nur Tagesverkehr)
Linie 987 Neuberesinchen - Am Messegelände - Prager Straße - Spitzkrug
(nur Montag-Freitag 6-20 und Sonnabend 9-16 Uhr)
Linie N1 Bahnhof - Prager Straße - Bahnhof - Baumschulenweg - Neuberesinchen - Bahnhof
(Nachtlinie, Mo-Fr 23-4 Uhr, Sa/So 23-7 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien und der Buslinien 980 und 981.

Montag-Freitag Sonnabend Sonntag
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
20:00
22:00
22:00
23:00
06:00
09:00
09:00
16:00
16:00
23:00
06:00
23:00
1 30' 20' 30' 30' 20' 30' 30'
2 30' 20' 30' 30' 20' 30' 30'
4 30' 10' 10'* 10' 20' 20'# 30'° 30' 20' 30'# 30'#
5 - 20' - - - -
6 - 20' - - - -
980 unr. 40'-60' 60' 40' 60' 60'
981 unr. 20' 40' unr. 60' 40' 60' 60'

unr. = unregelmäßige Wagenfolge / kein Taktverkehr
* = Markendorf - Kopernikusstraße alle 20 Min.
# = Markendorf - Kopernikusstraße Kleinbus alle 20-40 Min. (Sonnabend/Sonntag Markendorf - Kopernikusstraße von 18-22 Uhr Kleinbus alle 30-60 Min.)
° = Markendorf - Kopernikusstraße kein Verkehr

Bus- und Bahn auf eigener Spur
Mittwoch, 7. Juni 2000

ÖV-Spur am Brunnenplatz
ÖV-Spur am Brunnenplatz

In den letzten Jahren wurden mehrere Bauarbeiten in Vorbereitung darauf durchgeführt, dass Busse und Bahnen auf einer gemeinsamen Spur am übrigen Verkehr vorbeirollen können. So halten seit einiger Zeit die Buslinien an der Haltestelle Zentrum am gleichen Bordstein wie die Straßenbahnen. Das verkürzt die Umsteigezeiten und bündelt die Angebote, so dass der Nutzer sich nicht bei der Haltestellenwahl entscheiden muss, ob er mit dem Bus oder der Bahn fahren möchte, sondern er nimmt einfach das zuerst einfahrende Verkehrsmittel, vorausgesetzt, er erreicht mit beiden sein Ziel.

Zwischen den Haltestellen Topfmarkt und Dresdener Platz fahren die Straßenbahn und mehrere Buslinien parallel und an den Haltestellen Dresdener Platz, Zentrum und Brunnenplatz halten sie auch an den gleichen Stellen. Zwischen den Stationen Zentrum und Magistrale/An der alten Universität fährt der Bus bald auch außerhalb der Haltestellen auf den Tramgleisen und kann somit wie die Tram am übrigen Verkehr vorbeifahren und die ÖPNV-Vorrangschaltung an Ampeln mitnutzen. Die Ampel an der Kreuzung Karl-Marx-Straße / Rosa-Luxemburg-Straße an der Stadtbrücke wurde vom 5. bis 7. Juni 2000 mit einer solchen Vorrangschaltung ausgerüstet.

Tarifänderung 2000
Dienstag, 1. August 2000

Zum 1. August 2000 fand im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) die erste Tariferhöhung seit der Einführung des Verbundtarifes am 1. April 1999 statt. Während in Berlin auch Einzel- und Monatskarten teurer wurden, stieg in Frankfurt lediglich der Preis für die Tageskarten.

Brandenburg-Tag 2000 in Frankfurt
Samstag, 2. September 2000

Tatra-Doppeltraktion am Brandenburgtag 2000
Tatra-Doppeltraktion am Brandenburgtag 2000

Jährlich wird in einer brandenburgischen Stadt das Landesfest, der so genannte Brandenburg-Tag gefeiert. Frankfurt (Oder) war 2000 am 2. und 3. September Gastgeber. Straßenbahnverkehr war in der Innnenstadt aus diesem Grund nicht möglich. Lediglich die Museumswerkstatt für Technik und Verkehr führte mit ihrem historischen Triebwagen 60 einen kleinen Pendelverkehr zwischen dem Oderturm und dem ehemaligen Depot an der Bachgasse, der heutigen Museumswerkstatt durch. Die Linienfahrten kamen nicht dichter an die Innenstadt als an die Kreuzung Heilbronner Straße/Bahnhofstraße, in der Nähe der Haltestelle Zentrum. Erstmals seit Jahren kamen aus diesem Anlass auch wieder KT4DM-Doppeltraktionen zum Einsatz. Seit April 1992 sind solche Einsätze sehr selten, lediglich bei Großveranstaltungen oder im Baustellenverkehr kommen Doppeltraktionen oder Heck-an-Heck-Traktionen zum Einsatz.

Infolge der Sperrung der Innenstadt mussten fast alle Bus- und Straßenbahnlinien umgeleitet werden. Die Buslinien 980, 981, 983, 985 und SEV1 umfuhren die Karl-Marx-Straße westlich. Die Tramlinie 1 fuhr im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt, Linie 2 entfiel, Linie 1 fuhr zwischen Messegelände und Neuberesinchen, Linie 4 zwischen Markendorf und Heilbronner Straße/Bahnhofstraße.

An den wichtigsten Einfallstraßen wurden vor den Toren der Stadt Parken&Reisen-Parkplätze (P+R) eingerichtet, von denen aus mit Bus oder Bahn die Stadt erreichbar war. Im Busverkehr kamen neben dem SVF-Buswagenpark auch der gebraucht übernommene MB O 405G (Nr. C13), ferner ein CITO-Vorführwagen aus Berlin und ein 405G aus Eisenhüttenstadt zum Einsatz. Am Platz der Republik mussten wegen der Arbeiten zum Aufbau der Haupttribüne 30 Meter Fahrleitung vorübergehend abgebaut werden. Zum Brandenburgtag zählte die SVF 80.000 Fahrgäste.

KT4DM-Doppeltraktion auf Linie 4
Montag, 11. Dezember 2000

Ab dem 11.12.2000 wurde erstmals seit April 1992 im regulären Liniendienst wieder eine KT4DM-Doppeltraktion eingesetzt. Außer bei Bauarbeiten oder beim Brandenburg-Tag 2000 kamen Dopeltraktionen seit über acht Jahren nicht mehr zum Einsatz. Nun wurden die Tw 202 und 201 auf dem Kurs 207 eingesetzt, der zuerst eine Verstärkerrunde auf der Linie 4 und dann auf der Linie 2 fährt.

Zum 02.01.2001 wurde dieser Dienst ausgeweitet, ab diesem Tag fuhren zwei KT4DM-Doppeltraktionen auf der Linie 4. Zum Einsatz kamen anders als früher nicht nur benachbarte Wagennummern. Die bereits seit einiger Zeit abgestellten KT4DM-Tw 201 und 206 wurden für den Doppeltraktionseinsatz wieder so hergerichtet, dass sie als zweiter, also als gezogener Triebwagen einsatzbereit sind und fahren in der Kombination 202+201 und 210+206. Am 03.02.2001 endete nach nur wenigen Wochen der Einsatz der Doppeltraktion wieder. Dem Vernehmen nach scheute die SVF die hohen Stromkosten beim Einsatz einer Doppeltraktion.

Neuer Haltepunkt Neuberesinchen
Montag, 15. Januar 2001

Haltepunkt Neuberesinchen
Haltepunkt Neuberesinchen

Am Mühlenweg in Neuberesinchen entstand ein seit Jahren geplanter RegionalBahn-Halt für die Linie RB36 Frankfurt (Oder) - Beeskow - Berlin-Lichtenberg. Bereits 1989 gab es erste Überlegungen, die Personenzüge nach Müllrose im Frankfurter Stadtteil Neuberesinchen halten zu lassen. Im Oktober 2000 begannen die Bauarbeiten, die bereits im Dezember weitestgehend abgeschlossen waren. 600.000 DM wurden investiert.

Mit dem neuen Haltepunkt verbessert sich die Anbindung des östlichen Teils von Neuberesinchen an das Bahnnetz, vor allem durch die guten Anschlüsse der RB36 vom/zum RE1 nach Berlin und Potsdam. Außerdem verkürzen sich die Wege in die wachsenden Vororte Müllrose und Mixdorf. Viele Frankfurter ziehen seit 1990 in die Umlandgemeinden, in denen Bauland und Grundstücke günstiger als in der Stadt selbst zu bekommen sind. Die Buslinie 987 erhält ebenfalls zum 15.01.2001 eine neue Haltestelle auf der Höhe des neuen RegionalBahn-Haltes. Zwischen den Haltestellen Mühlental (damals Mühlenweg) und Am Wasserturm befindet sich die neue Station Nussweg, die nur wenige Meter vom neuen Regionalbahnsteig entfernt ist.

Buslinie nach Słubice gefordert
Montag, 5. Februar 2001

Auch zehn Jahre nach der Lockerung des Grenzverkehrs zwischen Frankfurt und Slubice gibt es keine Nahverkehrsverbindung beider Städte. Während die Grenzstädte Görlitz und Zgorzelec bereits seit 1991 eine Buslinie für Grenzpendler anbieten, fehlt eine solche Verbindung in Frankfurt noch immer. Mal wehrten sich polnische Taxifahrer gegen die billige Konkurrenz, mal ist kein Geld vorhanden, der schwarze Peter wandert. Die CDU hat nun einmal mehr eine solche Verbindung gefordert. Die Buslinie stehe laut SPD auf der Projektliste ganz oben. Eigenmittel seien vorgesehen, Fördermittel beantragt, der Förderbescheid werde im Sommer erwartet. Letztlich wurde im Stadtparlament einem Antrag zugestimmt, in dem es laut "Märkische Oderzeitung" heißt: dass die Machbarkeitsstudie zur schnellstmöglichen Vergabe nach Vorlage des Fördermittelbescheids auszuschreiben sei. Auf diesen erneuten Vorstoß zur Einrichtung einer Buslinie nach Slubice meldeten sich nun die deutschen Taxifahrer zu Wort. Sie befürchten den Verlust einer lukrativen Strecke, denn dazu gehört nach ihren Angaben die Strecke vom Bahnhof zur Stadtbrücke, dem Grenzübergang nach Polen. Würden Nutzer dieser Strecke künftig mit dem Bus fahren, gäben sie kein Geld mehr in Frankfurt aus, was sie heute entweder beim Taxifahren oder als Fußgänger in an der Strecke liegenden Geschäften tun.

Straßenbahn nach Słubice vorgeschlagen
Donnerstag, 22. März 2001

Der Slubicer Bürgermeister Stanislaw Ciecierski hat zur 750-Jahr-Feier von Frankfurt und Slubice im Jahr 2003 eine Vision: die Straßenbahn soll wie vor 1945 wieder über die Oderbrücke zum Stadion an den Kleisthöhen fahren: Das wäre ein tolles Projekt für unsere zusammen gewachsenen Städte, eine Pionierleistung für das vereinte Europa, nicht nur Nostalgie, sondern beim 750jährigen Städtegeburtstag auch ein Aufbruch in die Zukunft. Mit einer vom West- auf das Ostufer der Oder reichenden Bahnstrecke würden Frankfurt und Slubice ihre Rolle als Europa-Städte geradezu perfekt machen. Diese Idee findet zahlreiche Freunde, allein der Zeitpunkt für eine solche Vision ist spät gewählt. Die Aufträge für die Sanierung der 2002 fertiggestellten neuen Oderbrücke sind bereits vergeben, die Planung ist weit fortgeschritten. Angesichts der starken Proteste vor allem polnischer Taxifahrer gegen eine geplante Buslinie seit vielen Jahren ist auch völlig unklar, woher eine größere Akzeptanz für eine Straßenbahnlinie plötzlich herkommen sollte.

Haltestellenumbenennung Kleist Forum
Donnerstag, 29. März 2001

Am 30. März 2001 öffnet am Platz der Einheit das neue Kleist Forum, ein Veranstaltungszentrum für Kongresse, Konzerte und Theateraufführungen. Seit der Schließung des Kleist-Theaters gibt es zumindest für Theateraufführungen keinen geeigneten Veranstaltungsort mehr. Um für diesen multifunktionalen Neubau zu werben, haben die Betreiber den KT4DM 205 mit Werbung versehen und am 16., 20. und 22.03. u.a. mit Sängern vom Slubicer Chor Adoramus auf der Linie 1 eingesetzt. Sie sangen gegen die Fahrtgeräusche an, konnten damit die Fahrgäste aber laut Märkische Oderzeitung begeistern. Am 29. März 2001 erhielt die Haltestelle Bardelebenstraße den neuen Namen Kleist Forum.

Fahrplanwechsel 2001
Sonntag, 10. Juni 2001

Fahrplanheft 2001
Fahrplanheft 2001

Der letzte Fahrplanwechsel im Frühjahr wird vollzogen. Künftig werden die Fahrpläne der europäischen Bahnen Mitte Dezember geändert, so dass dieser Fahrplan 18 Monate, statt wie üblich ein Jahr gültig ist. Linienänderungen gibt es, anders als im Vorjahr, nicht. Wenig erfreulich ist die Tatsache, dass nun auch werktags ab etwa 20 Uhr Busse und Bahnen nur noch im 30-Minuten-Grundtakt statt bisher alle 20 Minuten fahren. Bereits seit Juni 2000 fuhren die Wagen am Wochenende abends nur noch alle 30 Minuten, das wird nun auch auf die Abende in der Woche ausgedehnt. Auch die Buslinien 980 und 981 erzeugen abends gemeinsam nur noch einen 30-Minuten-Takt, ansonsten gibt es im Busbereich nur wenige kleinere Änderungen. Sehr praktisch ist die neue Möglichkeit der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF), sich über ihre Webseite Stationsfahrpläne für alle Linien anzeigen zu lassen und ausdrucken zu können.

VBB-Fahrplan 2001/02
(10.06.2001-14.12.2002)

Straßenbahn: Der seit Anfang 1995 praktizierte Anschlussverkehr nach Markendorf mit Kleinbussen wird beendet. Bisher mussten Fahrgäste von und nach Markendorf werktags ab 20 Uhr und am Wochenende ab 18 Uhr an der Kopernikusstraße umsteigen. Zwischen Markendorf und Kopernikusstraße fuhren dann nur noch Kleinbusse. Das war vor allem für die Bewohner der neuen Gartenstadt, nur eine Station hinter der Kopernikusstraße, ärgerlich. Seit einigen Jahren wird die Achse entlang der B87 und somit auch entlang der Straßenbahnstrecke nach Markendorf durch gezielte Gewerbe- und Behördenansiedlungen entwickelt. So ist das Klinikum mit einem neuen Bettenhaus ausgestattet worden, in Markendorf Siedlung residiert die Landesversicherungsanstalt, und an der gleichnamigen Haltestelle entstand der Technologiepark. In den letzten Jahren siedelten sich darüberhinaus mehrere Solarfabriken an der Strecke an. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, soll das abendliche Nahverkehrsangebot verbessert werden. Die Straßenbahn fährt auch abends wieder bis Markendorf.

Regionalverkehr: Die zu diesem Zeitpunkt vorgesehene Umbenennung des RE1 von Magdeburg nach Eisenhüttenstadt in IRE1 (InterRegioExpress) wurde nicht vorgenommen. Nach nur einem Jahr wurde die Linie RE7 von Berlin über Eberswalde nach Frankfurt (Oder) wieder in RB60 zurückbenannt. Der RegionalExpress RE11 von Frankfurt (Oder) nach Cottbus wird in RE18 umbenannt und bis ins südbrandenburgische Ruhland verlängert. Jeder zweite Zug rollt weiter nach Dresden, so dass die frühere Eilzug-Verbindung Frankfurt - Dresden wiederbelebt wird. Viele Bahnkunden äußerten sich verärgert, dass diese durchgängige Verbindung in den 1990er Jahren aufgegeben wurde. Nun fahren die Züge wieder alle 2 Stunden zwischen der sächsischen Landeshauptstadt und Frankfurt.

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien und der Buslinien 980 und 981.

Montag-Freitag Sonnabend Sonntag
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
20:00
23:00
07:00
09:00
09:00
16:00
16:00
23:00
07:00
23:00
1 30' 20' 30' 30' 20' 30' 30'
2 30' 20' 30' 30' 20' 30' 30'
4 30' 10' 10'* 10' 20' 30'° 30' 20' 30'° 30'°
5 - 20' - - -
6 - 20' - - -
980 - 40'-60' 60' 60' 40' 60' 60'
981 - 20' 40' 60' 60' 40' 60' 60'

* = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 20 Min.,
° = Markendorf - Kopernikusstraße nur bis 22 Uhr

Tarifänderung 2001
Mittwoch, 1. August 2001

Ein Jahr nach der letzten Preisrunde des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), die für Frankfurt fast unveränderte Tarife bedeutete, kostet Bahn- und Busfahren zum 1. August 2001 wieder etwas mehr. Während in Berlin auch neue günstige Tarifangebote eingeführt wurden, muss in Frankfurt in jedem Tarifsektor mehr gezahlt werden. Die Einzelfahrt kostet wieder 2,20 DM (ermäßigt 1,80 DM), wie bereits vor Einführung des VBB-Tarifs im April 1999. Der Kurstreckenfahrschein verteuert sich auf 1,80 DM (ermäßigt 1,40 DM).

Gleisbau Neuberesinchen
Freitag, 3. August 2001

Gleisbau Neuberesinchen Sommer 2001
Gleisbau Neuberesinchen Sommer 2001

Die 19 Jahre alten Gleise zwischen dem Gleisdreieck Mühlenweg und der Schleife Neuberesinchen werden für etwa 2,5 Mio. DM erneuert. Die Strecke wurde im Juli 1982 eröffnet. Zwischenzeitlich fuhren hier vier Linien mit bis zu 24 Fahrten je Stunde und Richtung. Diese hohe Belastung macht eine Gleissanierung nötig auch wenn 2001 nur noch 9 Züge je Stunde und Richtung zu verzeichnen waren. Da der Betriebshof am Mühlenweg eine Gleisschleife besitzt, kam die Baumaßnahme weitestgehend ohne Ersatzverkehr mit Bussen aus. Die Straßenbahnlinien 1 und 5 enden in der Bauzeit bereits am Mühlenweg, Linie 6 fährt währenddessen nicht. Die Buslinie 986 zum Helene-See endete am Mühlenweg und fuhr über die Haltestellen Nussweg, Am Wasserturm, Wintergarten und Birkenallee zum Helene-See. Ab dem 3. September fuhren die Straßenbahnen wieder nach Plan.

Rufbus in Vororte eingeführt
Samstag, 1. Dezember 2001

Kleinbus 602 in Rufbus-Farbgebung
Kleinbus 602 in Rufbus-Farbgebung

Ein neues Angebot für Nahverkehrskunden offeriert seit dem 1. Dezember 2001 die StadtverkehrsGmbH (SVF). Täglich ab 18 Uhr ist ein Rufbus bereit für Fahrten in die eingemeindeten Vororte von Frankfurt (Tarifgebiet B). Der Kleinbus sollte zwei Tage vor der geplanten Fahrt gebucht werden. Kurzfristige Fahrtenwünsche werden nach Möglichkeit auch berücksichtigt. Gefahren wird ab Gruppen von fünf Personen. Möchte man allerdings zu einer größeren Veranstaltung, könnte es sein, dass bereits eine Gruppe eine Fahrt bestellt hat und dann auch Einzelpersonen mitfahren können. Ein- und Ausstiegshaltestellen sowie Fahrtroute und Zwischenhalte können von den Fahrgästen weitgehend selbst bestimmt werden. Der Fahrpreis errechnet sich pro Person aus einem Einzelfahrschein (2,20 DM) und einem Zuschlag von 1,10 DM (ab 1. Januar 2002 0,55 EUR). Zeitkarteninhaber (Monatskarte, Jahreskarte etc.) zahlen nur den Zuschlag von 1,10 DM. Jeder der beiden für 270.000 DM angeschafften Kleinbusse verfügt über 13 Sitz- und 5 Stehplätze. Die lange Vorausbuchungszeit argumentiert die SVF mit Wer sich Konzertkarten kauft, weiß ja auch, wann er unterwegs ist.

Anfang Januar 2002 zog die SVF erste Bilanz und war zufrieden mit der Akzeptanz bei den Fahrgästen. Aufgrund des Bedarfs wurde das Angebot ausgeweitet und der Rufbus steuert nicht mehr nur noch Orte im Frankfurter Tarifgebiet B an, sondern fährt nun auch nach Müllrose, Treplin oder Lebus (Tarifgebiet C), wohin allerdings andere Fahrpreise gelten, da diese nicht mehr zur Stadt Frankfurt gehören und das Angebot somit nicht bezuschusst wird.

Der eigens zum Rufbus umlackierte Kleinbus 602 (ex interne Fahrzeug-Nr. A02) war von 2000 bis 2010 bei der SVF im Einsatz, ehe er verkauft wurde. Im Bestand blieb auch danach der Kleinbus 601, ebenfalls von Mercedes-Benz, Typ O413 Sprinter.

Weihnachtsbus Stadtbrücke - Birkenallee
Dezember 2001

Nachdem eine grenzüberschreitende Buslinie zur Weihnachtszeit vor allem am Widerstand Slubicer Taxifahrer gescheitert war, plante der Verein Slubfurt, diese Linie wenigstens noch zwischen der Stadtbrücke und dem Spitzkrug-Center anzubieten. Letzteres sprang allerdings ab und so pendelte ab 1. Dezember montags bis samstags diese Linie mit zweisprachigem Betreuungspersonal zwischen der Stadtbrücke und dem Einkaufszentrum HEP an der Birkenallee. Deutsche und polnische Jugendliche bemalten den Bus für diesen Anlass weihnachtlich mit der Vorgabe, dass der Bus nach dem 24.12. wieder in den Liniendienst wechseln kann, also nur Folien besprüht werden. Das Ticket kostet zwischen 1,00 und 1,50 DM bzw. 1,50 und 2,50 Zloty.

Die Fahrgastzahlen am ersten Betriebstag waren dürftig, etwa 60 Fahrgäste nutzten die 14 durchgeführten Fahrten, nicht einmal fünf pro Fahrt. Allerdings ist ein mit Monatskarten nicht nutzbarer Bus im Stundentakt zwischen der Stadtbrücke (dem Grenzübergang nach Slubice) und einem mittelgroßen Einkaufszentrum in Neuberesinchen nicht sonderlich attraktiv. Hinzu kommt, dass an der Stadtbrücke auch noch um die Lage der Haltestelle gestritten wurde. Den Vorschlag des Frankfurter Ordnungsamtes torpedierten die Frankfurter Taxifahrer. Daraufhin hielt der Bus an der normalen Haltestelle in der Karl-Marx-Straße (Hst. An der alten Universität) was wiederum viele Fahrgäste der StadtverkehrsGmbH verwunderte, denn wie erwähnt konnten sie diesen Bus nicht benutzen ohne ein Ticket zu kaufen, der Bus fährt außerhalb des VBB-Tarifes. Alles in allem ist dieser Weihnachtsbus zur Posse verkommen, verschiedene Interessengruppen haben ihn derart torpediert, dass ein Rumpfkonzept übrig blieb, auf das man auch hätte verzichten können.

Tarifumstellung Euro
Dienstag, 1. Januar 2002

In elf europäischen Ländern, darunter Deutschland, wird die Gemeinschaftswährung Euro eingeführt. Um den Befürchtungen vieler Bürger, der Euro könnte zu versteckten Preiserhöhungen führen, entgegenzutreten, werden viele Preise zum Stichtag leicht abgerundet um glatte Eurobeträge zu erhalten. Auch die Nahverkehrstarife wurden zugunsten der Fahrgäste umgestellt, also abgerundet.

Der Einzelfahrschein AB oder BC kostet fortan 1,10 EUR (ermäßigt 0,90 EUR), für den Bereich ABC sind 2,00 EUR (ermäßigt 1,60 EUR) zu entrichten. Die Kurzstrecke (bis zu 4 Stationen) kostet 0,90 EUR (ermäßigt 0,70 EUR). Die Tageskarte AB oder BC kostet nun 2,40 EUR (ermäßigt 1,80 EUR), für den Bereich ABC 4,40 EUR (ermäßigt 3,40 EUR). Die 7-Tage-Karte kostet für AB oder BC 10 Euro (ermäßigt 7,50 EUR), im Bereich ABC 15 Euro (ermäßigt 11,50 EUR). Der Preis für die Monatskarte AB oder BC beträgt fortan 29,50 EUR (ermäßigt 22,50 EUR). Die Premiumversion, die die Mitnahme weiterer Personen am Wochenende und abends ermöglicht, kostet 34 Euro. Die 9-Uhr-Karte AB oder BC kostet nun 24,50, für den Bereich ABC 38,50 Euro.

Nachtbus bedient auch das Klingetal
Donnerstag, 7. Februar 2002

Der nördliche Kurs des Nachtbusses N1 erschließt einen zusätzlichen Stadtteil, das Klingetal. Aufgegeben wird dafür die Durchfahrung des Wohngebietes Georg-Richter-Straße, deren Bewohner aber mit der Haltestelle Gerhart-Hauptmann-Straße weiterhin ans Nachtbusnetz angeschlossen bleiben. Vom Hansa-Viertel kommend fährt der Bus zum Botanischen Garten, dann weiter über Klingetal, Birnbaumsmühle, Westkreuz zur Gerhart-Hauptmann-Straße, wo er wie bisher weiter über die Wildenbruchstraße zum Bahnhof fährt. Damit sind neben dem Klingetal auch Wohnungen und Studentenwohnheime am Westkreuz direkt erreichbar. Die Haltestellen Josef-Gesing-Straße und Otto-Nagel-Straße verlieren ihren Nachtbusanschluss. Auch in Neuberesinchen wird die Reihenfolge der Haltestellen verändert, allerdings werden dort weiterhin alle Stationen angefahren.

Stationäre Fahrscheinautomaten abgebaut
Montag, 25. Februar 2002

Die erst im Jahr 2000 aufgestellten Fahrscheinautomaten an sieben Standorten in der Stadt (am Kundenzentrum Brunnenplatz sowie den Haltestellen Bahnhof, Topfmarkt, Südring, Birkenallee, Dresdener Platz und Prager Straße) werden außer Betrieb genommen. Am 28. Februar endet die Übergangsfrist, in der neben der neuen Währung Euro auch noch die D-Mark von Händlern freiwillig angenommen werden kann. Die Automaten konnten nicht mehr auf den Euro umgerüstet werden und haben somit ihre Funktion verloren. Laut Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) ist der Hersteller, die Firma Klüssendorf in Konkurs gegangen und es fand sich keine Firma, die die erst zwei Jahre alten Automaten umrüsten konnte. Die Geräte wurden 2000 zum Stückpreis von etwa 25.000 DM angeschafft. Ihr Wartungsaufwand wurde mit 10.000 DM beziffert. Der Umsatz von 145.000 DM blieb hinter den Erwartungen zurück. Fahrscheine waren aber auch damals schon in jedem Bus und jeder Straßenbahn erhältlich.

Neue Wagen für die Museumswerkstatt
Donnerstag, 28. Februar 2002

Beim Abladen im Depot Neuberesinchen
Beim Abladen im Depot Neuberesinchen

Die Museumswerkstatt Frankfurt (Oder) hat innerhalb einer Woche zwei Triebwagen von der Straßenbahn Naumburg übernommen. Am 21.02.2002 kam ein sogenannter LOWA-Wagen, am 28. Februar ein weiterer Gotha-Wagen in den Bestand des Frankfurter Vereins. LOWA-Wagen waren die ersten Neubaustraßenbahnwagen der DDR, deren Prototyp 1951 auf der Leipziger Frührjahrsmesse vorgestellt wurde. Frankfurt erhielt 1955/1956 insgesamt drei Triebwagen und sieben Beiwagen.

Der 2002 aus Naumburg übernommene Wagen wurde 1955 fabrikneu nach Stralsund geliefert. Mit der Einstellung des Straßenbahnbetriebes in Stralsund im Jahre 1966 wurden alle nach dem Krieg neu gebauten Wagen nach Gera abgegeben, so auch der Tw 13 II, der in Gera die Wagennummer 136 trug. Vor seinem Einsatz in Gera wurde der Wagen durch die Hauptwerkstätten der Leipziger Verkehrsbetriebe in Leipzig-Heiterblick zum Einrichtungswagen umgebaut. Im Jahr 1991 wurde der Wagen schließlich nach Naumburg abgegeben. Dort war sein Einsatz als Tw 28 allerdings schwierig, denn nach der Wende wurden Teile der Ringstraßenbahn abgebaut. Da es auf der Reststrecke keine Wendeschleifen gab, konnte der Einrichtungswagen kaum eingesetzt werden. Weil sich die Geschichte des ehemaligen Frankfurter Wagens 38 II und des ehemaligen Stralsunder Wagens 13 II ähnelt (beide Baujahr 1955, beide später zum Einrichtungswagen umgebaut), wurde der aus Naumburg übernommene Wagen 28 in Frankfurt als Tw 38 V bezeichnet. Anfang 2008 war seine Aufarbeitung in Frankfurt abgeschlossen. Seitdem ist der Wagen als historisches Fahrzeug im Einsatz.

Der zweite Neuzugang ist ein alter Bekannter auf Frankfurts Gleisen, der Triebwagen 29 II. Dieser 1958 gebaute Wagen vom Typ T57 kam 1968 aus Halle (Saale) und war bis 1995 in Frankfurt im Linieneinsatz. Am 28.04.1995 ging er als Triebwagen 35 nach Naumburg um die dortige Straßenbahn am Leben zu erhalten und einen Betrieb zu ermöglichen. Da in Naumburg bei diesem Fahrzeug keine Hauptuntersuchung möglich war, wurde der Wagen nun wieder nach Frankfurt abgegeben, wo er am 28.02.2002 eintraf.

Erdgasbusse bei MAN Salzgitter bestellt
Donnerstag, 25. April 2002

Die Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) (SVF) hat beim Unternehmen MAN in Salzgitter einen Vertrag über die Lieferung von 22 erdgasbetriebenen Stadt- bzw. Gelenkbussen unterzeichnet. Die Fahrzeuge sollen ab September 2002 zum Einsatz kommen. Die Bestellung ist Teil eines Pilotprojekts des Bundesumweltministeriums zur modellhaften Umsetzung von anspruchsvollen Umweltstandards im öffentlichen Nahverkehr. Neben Frankfurt sind auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg sowie die kommunalen Verkehrsunternehmen in Berlin und in der Region Hannover daran beteiligt. Das Bundesumweltministerium stellt insgesamt 2,5 Millionen Euro bis 2004 zur Verfügung. Die Umsetzung eines modernen Nahverkehrskonzepts in der Oderstadt wird mit rund 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin gratulierte der Stadtverkehrsgesellschaft: Das vergleichsweise kleine Unternehmen in Frankfurt (Oder) zeigt den Großen der Branche, was im Umweltschutz Stand der Technik ist und stellt als erstes europäisches Verkehrsunternehmen seine gesamte Busflotte auf schadstoffarmen Antrieb um. Bis auf zwei Minibusse für den Gelegenheits- und Vorortverkehr sollen alle Dieselbusse ersetzt werden.

Studie empiehlt Straßenbahn nach Słubice
Freitag, 26. April 2002

Im Bauausschuss hat das Dresdener Unternehmen Köhler und Taubmann (VKT) eine Machbarkeitsstudie für den öffentlichen Personennahverkehr Frankfurt - Słubice vorgestellt. Die Verkehrsplaner empfehlen darin, eine Straßenbahn und nicht den Bus über die Stadtbrücke fahren zu lassen. Der Endpunkt der Straßenbahnlinie nach Słubice solle gleich hinter der Oderbrücke am Collegium Polonicum sein. Geschätzte Investitionskosten: rund 3,1 Millionen Euro. 500 000 Fahrgäste, so hat VKT grob berechnet, würden Bus oder Bahn im Jahr nutzen. Trotz der geringeren Kosten für eine Buslinie schlagen die Verkehrsplaner eine Straßenbahnverbindung vor. Dass die vorgeschlagene neue Strecke gleich hinter der Oderbrücke enden soll, kommentiert die SPD-Abgeordnete Heidrun Förster: Diese Vorschläge sind aus Schilda. Keiner kann den Frankfurtern erklären, dass wir eine neue Brücke bauen, die wir dann Monate später wieder aufreißen, um Gleise zu verlegen. Und das dafür, dass die Straßenbahn hinter der Brücke endet.

» Download Machbarkeitsstudie April 2002 (pdf, ca. 3,7 MB)

Bus zum Wildpark in Rosengarten
Donnerstag, 9. Mai 2002

Am Wildpark in Rosengarten
Am Wildpark in Rosengarten

Eine alte Busverbindung wird wieder belebt. Noch bis nach der Wende von 1989 fuhren Busse der damaligen Linie A (heute Linie 980) zur alten Eiche am Beginn des Frankfurter Stadtwaldes im Ortsteil Rosengarten. Waldhaus Rosengarten hieß die Station. Nach einem kurzen Fußweg war die gleichnamige Ausflugsgaststätte erreicht. Ab 1994 wurde auf einem ehemaligen Schießplatzgelände im Stadtwald ein Wildpark eingerichtet. Seit der Eröffnung im Juni 2000 hat sich der Wildpark zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Daher fahren wieder einige Busse der Linie 980 bis zur alten Eiche mit der nun eingerichteten Haltestelle Am Wildpark. Bereits 1936 wurde von der Endhaltestelle der Straßenbahn am Westkreuz zum 1931 errichteten Waldhaus Rosengarten ein Bedarfsbusverkehr eingeführt.

Helene-See-Bus 986 wieder mit leicht veränderter Linienführung
Samstag, 8. Juni 2002

Nach einer deutlichen Angebotseinschränkung im Helene-See-Verkehr im Sommer 2000, damals wurde auf der Buslinie 986 der Abschnitt Neuberesinchen - Spitzkrug Nord nicht mehr bedient, verbessert sich die Erreichbarkeit des Sees in diesem Jahr zumindest für die Bewohner von Neuberesinchen. Die Linie 986 startet am Mühlenweg und fährt über die Haltestellen Nussweg, Wasserturm, Wintergarten, Birkenallee (Anschluss zur Straßenbahn in die Innenstadt) direkt zum Helene-See. Die Abfahrten erfolgen stündlich von 7.55 bis 19.55 Uhr ab Mühlenweg und von 8.27 bis 20.27 Uhr ab Helene-See. Die Fahrzeit beträgt 16-17 Minuten.

Zwei Haltestellen umbenannt
Donnerstag, 22. August 2002

An zwei Stellen im Frankfurter Nahverkehrsnetz werden Haltestellen umbenannt, an denen Bus und Straßenbahn gleiche Haltestellennamen hatten, die Stationen aber weit auseinander lagen. So wird die bisherige Straßenbahnhaltestelle Goethestraße in Witzlebenstraße umbenannt, die Bushaltestelle Goethestraße behält ihren Namen. Die Bushaltestelle Mühlenweg wird in Mühlental umbenannt. Auch dort war die Busstation weit von der gleichnamigen Straßenbahnhaltestelle entfernt, welche weiterhin Mühlenweg heißen wird.

Erste Erdgasbusse eingetroffen
Donnerstag, 5. September 2002

Am 5. September trafen die ersten elf von insgesamt 22 neuen Erdgasbussen in Frankfurt (Oder) ein. Fahrer der SVF machten sich morgens auf den Weg nach Salzgitter zu MAN, wo die Busse seit Juli gebaut wurden. Nach einer Einweisung der Fahrer und einer kleinen Werksbesichtigung legten die neuen Fahrzeuge die etwa 320 Kilometer über die Autobahn bis Frankfurt zurück. Da es sich um Stadtbusse handelt, die selten mehr als 50 Stundenkilometer fahren müssen, ist die Höchstgeschwindigkeit 70 km/h und so dauerte die Fahrt entsprechend lange. Mit neuem Kraftstoff versorgten sich die Wagen an der Erdgastankstelle in Schwerzke bei Brandenburg (Havel), etwa auf der Hälfte der Strecke gelegen.

Erdgasbusse offiziell übergeben
Sonntag, 15. September 2002

Vorstellung der Erdgasbusse
Vorstellung der Erdgasbusse

Bei einem Tag der offenen Tür am 15. September 2002 hat die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die am 5. September eingetroffenen Erdgasbusse erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Von einem Fanfarentusch begleitet, rollten alle elf Busse vor hunderten Schaulustigen aus den Hallen des Betriebshofes. Der angekündigte Bundesumweltminister Jürgen Trittin ließ sich vertreten. Viele Interessenten nutzten die Gelegenheit zur ersten Mitfahrt, zwischen dem Betriebshof und dem Brunnenplatz wurde ein Pendelverkehr mit einigen Erdgasbussen eingerichtet. Am Brunnenplatz fand ein Volksfest mit Showbühne und Infoständen zum Thema Erdgas statt. Im Betriebshof konnten die Werkstatt und das Freigelände, nicht aber die Wagenhalle besichtigt werden. Die Museumswerkstatt veranstaltete Sonderfahrten mit dem 1936 gebauten historischen Triebwagen 60. Großes Interesse fand auch die an diesem Tag eingeweihte neue Erdgastankstelle der Stadtwerke, direkt an der Einfahrt zum Betriebshof an der Böttnerstraße. Im gesamten Netz der SVF galt am 15. September der Nulltarif. Die Straßenbahnlinie 1 fuhr während des Tages der offenen Tür von 10-16 Uhr wie gewohnt von der Lebuser Vorstadt nach Neuberesinchen, fuhr dann aber weiter zum Betriebshof, die Fahrten in der Gegenrichtung begannen ebenfalls bereits am Betriebshof.

Erst fünf der neuen Erdgasbusse waren in den letzten zehn Tagen in Frankfurt mit Fahrgastinformation, Fahrscheinentwertern etc. ausgerüstet. Aus diesem Grund waren am ersten Einsatztag der Erdgasbusse im Linienbetrieb nur wenige Wagen unterwegs. Die öffentliche Berichterstattung stellte vor allem die Umweltfreundlichkeit der neuen Fahrzeuge heraus. Der für den Fahrgast wichtigere Umstand der Niederflurigkeit wurde kaum erwähnt. Bereits eine Woche vor der offiziellen Inbetriebnahme der ersten Erdgasniederflurbusse beschaffte der private Busunternehmer Homann einen ehemaligen Dresdener MAN-Niederflurbus. Dieses noch in gelb-schwarz (Dresdener Farbgebung) fahrende Fahrzeug war somit der erste Niederflurlinienbus im Frankfurter Stadtverkehr. Das Busunternehmen Homann fährt im Auftrag der SVF vor allem wenig frequentierte Kurse auf den Vorortlinien. Bis zum Jahresanfang 2003 sollen weitere elf Erdgasbusse in Frankfurt eintreffen, dabei wird es sich um Gelenkbusse handeln. Diese werden voraussichtlich ab Oktober wieder bie MAN Salzgitter gebaut und ab Dezember in Frankfurt zum Einsatz kommen.

Gleise in Birkenallee erneuert
Sonntag, 29. September 2002

Neu trassiert an der Birkenallee
Neu trassiert an der Birkenallee

Nach 21 Jahren dichtem Verkehr wurden etwa 950 Meter Doppelgleis an der Birkenallee und der Johann-Eichorn-Straße erneuert. Am 1. September 1981 wurde die Strecke in Betrieb genommen. Nun sind die Gleise sanierungsbedürftig und wurden ab dem 8. Juli 2002 ausgetauscht. Die Neuerung war, dass in diesem Jahr auf einen Ersatzverkehr mit Bussen weitgehend verzichtet wurde. Nur wenn Bauweichen ein- oder ausgebaut wurden, ruhte der Straßenbahnverkehr. Ansonsten wurde ein Gleis saniert, auf dem anderen rollten die Bahnen weiter. "Fahren und Bauen" heißt diese Methode. Für die Bauarbeiter bedeutet das meist erhöhte Konzentration, mitunter auch einen größeren logistischen Aufwand.

Je nach Baufortschritt wurde jeweils nur ein Gleis von den Straßenbahnen befahren und das andere Gleis wurde saniert. Aus diesem Grund kam es zu leichten Fahrplanverschiebungen auf den Linien 1 und 5, denn am Beginn des eingleisigen Abschnittes mussten einfahrende Züge immer erst den Gegenzug abwarten. Bis zum Ende der Sommerferien am 19.08.2002 fuhr die Linie 6 nicht. Danach fuhr sie bis zum Ende der Baumaßnahme nur im Frühspitzenverkehr. Die Linien 1 und 5 fuhren während der gesamten Baumaßnahme. Ersatzverkehr mit Bussen wurde nur in Ausnahmefällen gefahren, beispielsweise beim Ein- und Ausbau von Bauweichen.

Ein altes Gerücht besagt, dass das Wohngebiet Neuberesinchen ohne Straßenbahn geplant wurde. Immerhin plante man bis Anfang der 1970er Jahre, die Straßenbahn in Frankfurt (Oder) abzuschaffen. Es heißt, die Straßenbahn wurde erst nachträglich in das bereits fertig geplante Wohngebiet eingearbeitet. Das würde manche Trassierungsschwäche erklären. Im Bereich der Birkenallee wurde die Gelegenheit der Bauarbeiten genutzt und die Gleislage begradigt, sowie die Haltestelle Birkenallee ein Stück in Richtung Innenstadt verlegt. Die Straßenbahnstation befindet sich nun direkt vor dem Einkaufszentrum und wurde behindertengerecht neu- bzw. umgebaut.

Es wurden so genannte Winkelborde für den Lärmschutz eingebaut und im Bereich der Haltestelle Birkenallee ein Rasengleis verlegt. Auf Rasengleisen fahren Straßenbahnen etwa 10 Prozent leiser als im Straßenraum. Das Rasengleisstück ist zwar nur etwa 100 Meter lang, allerdings ist ein Rasengleis auch teurer als ein normales Schotterbett. Die Mehrkosten trug die Stadtverwaltung. Insgesamt wurden 1,35 Millionen Euro verbaut. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten bereits am 15.09.2002 beendet werden.

Quartierbus Rosengarten
Sonntag, 1. Dezember 2002

Vor einem Jahr, am 1. Dezember 2001, wurde der Rufbus als neues System in Frankfurt eingeführt. Dazu wurden zwei Kleinbusse vom Typ MB O413 (Sprinter) mit zwölf Sitz- und fünf Stehplätzen angeschafft. Die SVF ist nach einem Jahr Rufbus zufrieden mit der Annahme des Angebotes. Jetzt aber sollen die Kleinbusse auch tagsüber ausgelastet werden. Daher wird eine Einkaufslinie zwischen Rosengarten und Neuberesinchen eingerichtet, ein so genannter Quartierbus. Sechs Monate testet die Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) die Nachfrage auf dieser Strecke. Von 8:45 bis 15:45 Uhr startet montags bis freitags stündlich ein Bus im Wohngebiet Pflaumenallee in Rosengarten zur Birkenallee in Neuberesinchen. In der Gegenrichtung erfolgen die Abfahrten ebenfalls stündlich von 8:25 bis 15:25 Uhr. Es gelten die normalen Bus- und Bahntarife, die Linienführung lautet: Birkenallee - Robert-Havemann-Straße - Südring - Kopernikusstraße - Weißdornstraße - Nuhnen Baumschulen - Rosengarten, Landhotel. Die Fahrzeit beträgt 20 Minuten.

Statt bestehende Linien zu verdichten und dem Fahrgast die Sicherheit zu geben, dass seine Linie spätestens in 20 Minuten kommt, verzettelt sich die SVF immer mehr. Streng genommen hat Frankfurt nun die neunte Buslinie, wobei manche nur drei bis fünfmal am Tag fahren, andere haben Fahrplanlücken von über zwei Stunden, manche Linien fahren alle 20, andere alle 45 und wieder andere alle 60 Minuten. Das Angebot wird immer unübersichtlicher und wer den Fahrplan und die in ihm versteckten Spitzfindigkeiten nicht kennt wird eher abgeschreckt und nimmt: das Auto. Der Quartierbus war jedenfalls ein Reinfall, nach der Testphase wurde daraus keine reguläre Linie, das Angebot wurde eingestellt.

KT4D 234 nach Prag abtransportiert
Montag, 2. Dezember 2002

KT4D 234 1992 in Markendorf
KT4D 234 1992 in Markendorf

Seit April 1997 ist er offiziell ausgemustert, der KT4D 234 (Baujahr 1990). Doch sein Wagenkasten befand sich noch mehr als fünf Jahre im Depot der StadtverkehrsGmbH in Neuberesinchen. Nun ging der Wagenkasten am 2. Dezember 2002 nach Prag. Anfänglich hieß es, dass er für die Straßenbahn in Gera zum KTNF8 umgebaut wird. Dabei handelt es sich um einen 8-achsigen Straßenbahnwagen vom Typ KT4D mit zusätzlichem Niederflurmittelteil. Die Verkehrsbetriebe in Cottbus, Brandenburg an der Havel und Gera setzen das Konzept um, einige KT4D somit teilweise niederflurig zu gestalten. Diese Variante ist kostengünstig. Es müssen keine teuren Neubaubahnen beschafft werden und dennoch kann den Fahrgästen ein Niederflurbereich in den Fahrzeugen angeboten werden. Schlussendlich wurde der Wagenkasten des ehemaligen Frankfurter KT4D-Tw 234 zum Wiederaufbau des in Gera verunfallten und 2003 zum KT4DMC modernisierten Triebwagen 362 verwendet, da sich der Wagenkasten dieses Fahrzeuges bei einem Unfall verzogen hat.

Fahrplanwechsel 2002
Sonntag, 15. Dezember 2002

Die Fahrplankonferenz der großen Eisenbahnen Europas beschloss 1999, den europäischen Fahrplanwechsel nicht mehr im Mai/Juni, sondern am zweiten Sonntag im Dezember durchzuführen. So sollten Urlaubsreisen im Sommer länger zuvor planbar sein. Am 15. Dezember 2002 kam es zum ersten Fahrplanwechsel zum neuen Termin. Da Frankfurts Stadtverkehr auf die Fahrzeiten von EuroCity, RegionalExpress und RegionbalBahn abgestimmt ist, werden auch Straßenbahn- und Busfahrpläne seit 2002 am zweiten Dezembersonntag geändert. Wie seit Juni 2000 üblich, werden die Fahrpläne der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) in Faltblattform verkauft.

VBB-Fahrplan 2002/03
(15.12.2002-13.12.2003)

Straßenbahn: Die Fahrten der Linie 4, die in Richtung Markendorf bereits an der Kopernikusstraße endeten und die Fahrten in Richtung Zentrum, die erst an der Kopernikusstraße begannen, werden künftig als Linie 3 (bisher als Linie 4E) gekennzeichnet. Die somit wieder eingeführte Linie 3 fährt aber zum Stadion (teilweise auch zum Mühlenweg in Neuberesinchen) und nicht wie früher zur Lebuser Vorstadt. An Schultagen wird um 6.58 Uhr als Linie 3 eine Fahrt ab Kopernikusstraße zur Europa-Universität angeboten.

Stadtbus: In Richtung Klinikum befährt die Linie 982 zusätzlich einen kleinen Rundkurs im Bereich Markendorf, Siedlung. Vom Bahnhof kommend steuert sie zunächst ihren bisherigen Endpunkt Klinikum an, bedient dann aber zusätzlich die neuen Haltestellen Landesversicherungsanstalt und Berta-von-Suttner-Straße, um wieder zum Klinikum zu gelangen. In der Gegenrichtung bleibt alles wie gehabt. Die angedachte Verlegung der Buslinie 983 über die Haltestelle Oderhang wurde nicht verwirklicht. Fahrgäste hatten darum gebeten, die Streckenführung über Prager Straße beizubehalten. Der Bus 985 fährt nur noch morgens von und zur Heinrich-Heine-Straße. Die Fahrten am Nachmittag bleiben bis auf die Abfahrtszeiten zwischen Bahnhof und Kulturhaus Völkerfreundschaft unverändert, ab dem Kulturhaus Völkerfreundschaft aber fahren die Wagen in beiden Richtungen weiter über Birnbaumsmühle, Am Messegelände, Friedrich-Ebert-Straße zur Haltestelle Messering. Der südliche Kurs des Nachtbusses N1 fährt wie gewohnt bis Baumschulenweg, bedient dann aber zusätzlich die Haltestellen Südring-Center, Ziolkowskiallee und Südring und erreicht am Kräuterweg wieder seine bisherige Linienführung in Richtung Neuberesinchen und Bahnhof.

Regionalverkehr: Wegen Bauarbeiten fährt der RE1 im neuen Fahrplanjahr in/aus Richtung Magdeburg/Berlin nur noch von/bis Frankfurt (Oder). In Richtung Eisenhüttenstadt muss umgestiegen werden. Die Strecke Frankfurt (Oder) - Eisenhüttenstadt wird vom RE18 bedient, der stündlich nach Cottbus und von dort jeweils zweistündlich nach Ruhland bzw. nach Senftenberg weiterfährt. Montags bis freitags werden zusätzliche Busse als stündlicher Ersatzverkehr für den wegfallenden RE1 zwischen Frankfurt und Eisenhüttenstadt eingesetzt, die aber den Halt Kraftwerk Finkenheerd nicht bedienen und mit 42 Minuten Fahrzeit doppelt so lange unterwegs sind wie die ebenfalls stündlich fahrenden Züge. Ärgerlich aber unvermeidlich ist der vorgezogene Betriebsschluss zwischen Berlin und Frankfurt, der letzte Zug in Richtung Frankfurt verlässt Berlin nun schon gegen 23 Uhr. Spätere Züge fahren nur bis Fangschleuse, von wo ein Bus nach Frankfurt weiterfährt. Bauarbeiten zwischen Erkner und Frankfurt sind Ursache für die Einschränkung.

Wie die Märkische Oderzeitung am 14.01.2003 berichtete, häuften sich die Beschwerden nach dem Fahrplanwechsel. So wurden die Anschlüsse von Markendorf in Richtung Hansa-Viertel von der Kopernikusstraße zum Dresdener Platz verlegt. Allerdings ist hier der Bus der Linie 981 oft weg wenn die Straßenbahn-Linie 4 ankommt. Nun empfiehlt die SVF, mit der Linie 4 bis zur Haltestelle Zentrum zu fahren weil der Bus 981 dort wegen seiner Schleifenfahrt am Bahnhof später abfährt als die Linie 4. Zum Fahrplanwechsel hieß es auf der SVF-Website allerdings noch "Die direkte Anschlussbeziehung der Linie 4 zur Linie 981 besteht an der Haltestelle Dresdener Platz". Ein weiterer Kritikpunkt war das neue Layout der Fahrplanaushänge, die zwar moderner aussahen, dafür hatten nun aber viele Nutzer Schwierigkeiten die deutlich kleinere Schriftart zu lesen. Also folgt ein Rückzug und es werden nach und nach Fahrplanaushänge im alten Design aufgehangen.

Straßenbahn ab 15.12.2002
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegelände - Zentrum - Europa-Universität
 
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
(nur Montag-Freitag 5-6, 8-14, 16-18 Uhr)
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Stadion
 
Linie 5 Neuberesinchen - Bahnhof - Messegelände
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Zentrum - Europa-Universität
(nur Montag-Freitag 5.30-18.30 Uhr)
Stadtbus ab 15.12.2002
Bus | Autobus
Linie 980 Seefichten / Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Rosengarten
(ab 20 Uhr ab Kopernikusstraße)
Linie 981 Kopernikusstraße - Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Spitzkrug
 
Linie 982 Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg - Klinikum
(nur bis 19 Uhr)
Linie 983 Bahnhof - Zentrum - Hamburger Straße - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)
Linie 984 Bahnhof - Zentrum - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow (- Helene-See)
(nur bis 19 Uhr; zum Helene-See nur im Winter am Wochenende)
Linie 985 Bahnhof - Zentrum - Prager Straße - Heinrich-Heine-Straße / Messering
(nur Montag-Freitag 6-7 und 15-17 Uhr)
Linie 986 Neuberesinchen - Helene-See
(nur Saisonverkehr und nur Tagesverkehr)
Linie 987 Neuberesinchen - Am Messegelände - Prager Straße - Spitzkrug
(nur Montag-Freitag 6-20 und Sonnabend 9-16 Uhr)
Linie N1 Bahnhof - Prager Straße - Bahnhof - Baumschulenweg - Neuberesinchen - Bahnhof
(Nachtlinie, Mo-Fr 23-4 Uhr, Sa/So 23-7 Uhr)

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 2002
2002

Ankunft in der Museumswerkstatt
Ankunft in der Museumswerkstatt

Aus Naumburg kamen 2002 zwei Straßenbahnwagen zur Museumswerkstatt. 1995 ging Wagen 29 zunächst als Triebwagen 35 nach Naumburg. Da in Naumburg bei diesem Fahrzeug keine Hauptuntersuchung möglich war, wurde der Wagen 2002 wieder nach Frankfurt abgegeben. Er soll zum historischen Triebwagen hergerichtet werden. Der ebenfalls aus Naumburg übernommene Wagen 38 ist seit 2008 als historischer LOWA-Wagen in Frankfurt im Einsatz. Im Dezember 2002 ging der seit 1995 abgestellte Wagenkasten des Tw 234 nach Prag, wo er zum Wiederaufbau eines verunfallten Geraer KT4D verwendet wurde.

Wagenpark (Stand 31.12.2002) Anzahl
Vierachsige Triebwagen 28
Sechsachsige Triebwagen 8
Historische Wagen 6
Arbeitswagen 3

Schwarzfahrer zahlen mehr
Montag, 6. Januar 2003

Erstmalig nach 14 Jahren wurde zum Jahreswechsel das so genannte erhöhte Beförderungsentgeld angehoben. Während bisher 30 Euro (früher 60 DM) für das Schwarzfahren kassiert wurden, sind nun 40 Euro zu bezahlen. Auch wer eine Zeitkarte hat und diese nicht vorzeigen kann, muss nun 7 statt bisher 5 Euro Gebühr zahlen. Die neue Höhe der Strafgebühr gilt bei allen Verkehrsbetrieben in Deutschland. Laut Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) entgehen den deutschen Verkehrsbetrieben jährlich 250 Millionen Euro durch Schwarzfahrer.

Erster Gelenk-Erdgasbus eingetroffen
Freitag, 21. Februar 2003

Zwei Generationen Gelenkbusse
Zwei Generationen Gelenkbusse

Am 21. Februar 2003 war es endlich soweit: seit Monaten angekündigt und erwartet, erreichte der erste Erdgas-Gelenkbus Frankfurt. Seine einteiligen Verwandten, so genannte Standard-Erdgasbusse sind bereits seit September 2002 im Frankfurter Linienverkehr unterwegs. Der nun gelieferte Erdgas-Gelenkbus 532 wurde am 26. Februar erstmalig im Liniendienst eingesetzt. Bis Dezember 2002 bereits wollte der Hersteller, MAN in Salzgitter, elf Gelenkbusse geliefert haben, doch wirtschaftliche Probleme und daraus resultierende Kurzarbeit verzögerten die Auslieferung der Fahrzeuge. Dem Vernehmen nach musste der 310 PS starke Motor extra für das bergige Frankfurt entwickelt und geprüft werden.

Die neuen Fahrzeuge lösten die Vorgängerbusse mit Dieselantrieb von Mercedes-Benz (Typ MBO405G) komplett ab. Dieser Typ war von 1991 bis 2004 in Frankfurt zuverlässig im Einsatz. Bis auf zwei Ausnahmen wurden die Diesel-Gelenkbusse rasch an einen Zwischenhändler in Hamburg verkauft, der die Fahrzeuge weiter veräußert. Auch der erste der neuen Busse kam, wie schon die Lieferung im September, von einem SVF-Fahrer gesteuert über die Autobahn nach Frankfurt. Getankt wurde an einer Erdgastankstelle bei Brandenburg (Havel) denn als Stadtbusse haben die Erdgaswagen eine eingeschränkte Reichweite.

Tarifänderung 2003
Freitag, 1. August 2003

Seit der Euroeinführung am 1. Januar 2002 blieben die Preise für das Bahn- und Busfahren im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg konstant. Damals wurden die meisten Fahrscheine im Preis abgerundet, so dass die letzte Fahrpreiserhöhung nunmehr zwei Jahre zurückliegt. Und auch wenn die Preise nun erneut angehoben werden, kann man doch von einer moderaten Preissteigerung sprechen. Die meisten Einzelfahrscheine bleiben im Preis unverändert, lediglich Monatskarten werden um etwa einen Euro verteuert.

Tarifänderung 2004
Donnerstag, 1. April 2004

Vom 1. April 2004 an gelten in Berlin und Brandenburg neue Regelungen für Fahrkarten. So ist der 1- oder 2-Stunden-Fahrschein künftig nicht mehr für Rund- oder Hin- und Rückfahrten zugelassen. Er wird zum Einzelfahrschein, das heißt: man darf sich mit einem Einzelfahrschein künftig nur noch auf ein bestimmtes Ziel zubewegen. Das Umsteigen bleibt erlaubt. Abgeschafft wird in Berlin die Unterscheidung der Monatskarten in eine Premium- und eine Standardausgabe. Auch die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern ändert sich.

Ebenfalls ab dem 1. April 2004 gelten im Fernverkehr der DB bundesweit neue Preise. Durchschnittlich werden die Fahrkarten um 3,4 Prozent teurer, aber nicht jeder Reisende muss tatsächlich mehr bezahlen: bis 100 Kilometer bleiben die Preise im ICE und IC unverändert, zwischen 100 und 200 Kilometer sinken sie um 1,6 Prozent. Dagegen gibt es bei Entfernungen ab 400 Kilometer eine Erhöhung von durchschnittlich 5,6 Prozent. Dank des neuen Maximalpreises muss aber auf Langstrecken künftig niemand mehr als 111 Euro (1. Klasse: 167 Euro) für die einfache Fahrt bezahlen. Platzreservierungen sind künftig kostenlos, wenn sie im Internet oder am Ticketautomaten gleichzeitig mit dem Fahrkartenkauf vorgenommen werden, ansonsten kostet eine Platzreservierung 3 Euro. Der Fahrkartenkauf im Internet erfolgt über das Onlineportal der Bahn. Dort finden Kunden auch das Angebot "Surf&Rail", bei dem zum Festpreis von 50 Euro für Hin- und Rückfahrt 2. Klassetickets für ausgewählte innerdeutsche Verbindungen gebucht werden können. Immer montags ab 17 Uhr werden die neuen Tickets angeboten. Bezahlt wird mit Kreditkarte oder im Lastschriftverfahren.

Tatra-Doppeltraktion kehrt zurück
Dienstag, 13. April 2004

Doppeltraktion Kantstraße
Doppeltraktion Kantstraße

Die StadtverkehrsGmbH (SVF) schickt erstmals seit Jahren wieder Tatra-Doppeltraktionen in den Linienverkehr. Zum Semesterbeginn der Frankfurter Uni haben Studenten und andere Fahrgäste nun mehr Platz in den Bahnen der Linie 2.

Angekündigt wurde es bereits mehrfach: die Tatra-Doppeltraktion kommt zurück auf Frankfurts Straßenbahngleise. Das Verkehrsaufkommen zwischen den Unistandorten in der Logenstraße und der August-Bebel-Straße macht's nötig und möglich. Bereits seit Jahren nimmt der Studentenverkehr auf der Linie 2 stetig zu, die im 20-Minuten-Takt fahrende Linie platzte teilweise aus allen Nähten. Die SVF setzte verstärkt Niederflurwagen ein, denn diese befördern etwa doppelt so viele Fahrgäste wie ein Tatrawagen vom Typ KT4DM. Zuletzt gab es sogar zusätzliche Kurse um der Nachfrage gerecht zu werden. Doch zusätzliche Bahnen erhöhen die Personalkosten. Dabei lag eine einfache Lösung auf der Hand, man hängt einfach einen zweiten Tatrawagen an den ersten an und verdoppelt somit die Kapazität. Das erhöht zwar auch die Stromkosten, dabei wird aber kein zusätzliches Personal benötigt. Mit Beginn des Sommersemesters am 13. April 2004 sollen nun Doppeltraktionen Überfüllungen verhindern. Die Probefahrten hatten bereits Mitte März 2004 begonnen.

In der Anfangszeit der Tatrawagen in Frankfurt waren Doppeltraktionen bereits gang und gäbe. Damals waren Solowagen eher die Ausnahme. Strom war in der DDR billig und so fuhren Doppeltraktionen sogar zu Tageszeiten, in denen kaum Fahrgäste unterwegs waren. Mit der Wende stiegen die Stromkosten und sanken die Fahrgastzahlen. Im April 1992 reagierte die SVF und fortan waren Doppeltraktionen kaum mehr im Einsatz. Im Baustellenverkehr oder als Heck-an-Heck-Traktion konnte man zwei Wagen in einem Zug gelegentlich beobachten. Auch im Winter 2000/2001 wurden einige Kurse der Linie 4 in Doppeltraktion gefahren. Doch seitdem mussten sich eher die Fahrgäste in überfüllte Bahnen zwängen, als dass man wieder Doppeltraktionen einsetzte. Schon im Herbst 2003 dachte man daran, solche Gefährte auf der stark frequentierten Linie 2 zum Einsatz zu bringen. Doch die hohen Stromkosten ließen die SVF davor zurückschrecken. Nun kommt man um diese nicht mehr herum. Wie bis 1992 werden zunächst benachbarte Wagennummern einen Zug bilden, allein die Wagen 228 und 229 haben ihre früheren Partner verloren und werden daher miteinander gekuppelt.

Die Doppeltraktionen fahren Montags bis Freitags von Betriebsbeginn bis gegen 17.30 Uhr, wo sie am Messegelände gegen zwei aussetzende Solo-KT4DM der Linie 5 getauscht werden. Die Doppeltraktionen der Linie 2 rücken dann als Linie 5 in den Betriebshof in Neuberesinchen ein. Die Fahrgäste hatten am ersten Betriebstag der Gespanne noch Eingewöhungsschwierigkeiten. In den zweiten Wagen trauten sich anfangs nur wenige Leute.

Tarifänderung 2004
Montag, 1. November 2004

Zum 1. November ändert sich die Gültigkeit des Brandenburg-Tickets. Doch auch eine leichte Preiserhöhung steht an. Dennoch: am Wochenende kann man nun billiger mit bis zu 5 Personen durch die Bundesländer Berlin und Brandenburg fahren, denn statt wie bisher das Schönes-Wochenende-Ticket und Tageskarten für Bus und Straßenbahn zu kaufen, reicht künftig das Brandenburg-Ticket. Die Gültigkeit an den Wochentagen bleibt unverändert: von 9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages können bis zu 5 Personen kreuz und quer durch Brandenburg reisen. Neu ist, dass dieser Fahrschein nun auch am Wochenende gilt, dann sogar von 0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, also ganze 27 Stunden. Und das in allen Nahverkehrszügen (z. B. RegionalExpress und RegionalBahn), aber auch in den Straßenbahnen und Stadtbussen in Frankfurt (Oder), Potsdam, Brandenburg (Havel) und Cottbus. Kauft man es an einem personalbesetzten Schalter, zahlt man 25 €, besorgt man es sich am Automaten oder im Internet, werden nur 23 € fällig.