Chronik 1990 - 1994 31.12.1994
Chronicle 1990 - 1994 | Historia od 1990 do 1994 roku

Einschränkungen wegen Personalmangel
Dienstag, 2. Januar 1990

Die Ausreisewelle von Ostdeutschen im zweiten Halbjahr des Jahres 1989 ging auch an Frankfurt (Oder) nicht spurlos vorüber. Wegen Fahrermangels werden selbst Soldaten als Straßenbahnfahrer in Erwägung gezogen. Zunächst einmal muss das Angebot auf der Linie 6 gekürzt werden. Aus dem 7-8-Minuten-Takt wird ein 15-Minuten-Takt. Einzelne Fahrten auf der Linie 7 werden ebenfalls gestrichen. Bereits im Juni 1989 wurde das Angebot auf dem Ersatzverkehr zum Westkreuz ausgedünnt. Erst im Mai 1990 konnten wieder alle Fahrten der Linie 6 angeboten werden.

Frankfurts Straßenbahn wird bunt
Januar 1990

Wagen 204 in roter Farbgebung
Wagen 204 in roter Farbgebung

Erstmals seit den 1970er Jahren fahren in Frankfurt wieder Straßenbahnen mit Werbung. Die KT4D 203 und 204 wurden völlig rot lackiert und warben von nun an für die Lotto-Systeme Ostdeutschlands. Eine abweichende Farbgebung erhielten später auch die KT4D 209 bis 216 und 218. Weitere Umlackierungen scheiterten am Veto der Stadt, man wollte den Wagenpark einheitlich sehen. Im Herbst 1990 erhielt sogar ein Gotha-Zug ein neues Farbgewand. Tw 41 + Bw 143 wurden in silber lackiert, was ihnen den etwas spöttischen Namen Silberpfeil einbrachte, schließlich waren die Gotha-Wagen allesamt bereits einigermaßen altersschwach. Geworben wurde für die Sparkasse. In himmelblau fuhren bereits seit den 1980er Jahren die Fahrschul-Tw 5 und 6 und Fahrschul-Bw 110.

Neue Haltestellenhäuschen
April 1990

Wartehalle Große Oderstraße
Wartehalle Große Oderstraße

Die Firma Bruno Kienzler GmbH aus dem schwarzwäldischen Hausach stellt die ersten vier Wartehäuschen in der Karl-Marx-Straße an den Straßenbahn-Haltestellen Schmalzgasse (heute Regionalbus-Haltestelle Karl-Marx-Straße) und Topfmarkt (damals Karl-Marx-Monument) auf. Zu Ost-Zeiten war das Errichten von Wartehallen für Fahrgäste wegen permanenter Baustoffknappheit mit großen Problemen verbunden. Die neuen Glasunterstände sind wegen der integrierten Werbetafeln kostenlos. Auf Informationstafeln mit Fahr- und Netzplänen wurde anfänglich verzichtet, hätte man diese doch mit der damals in Ostdeutschland noch nicht eingeführten D-Mark bezahlen müssen.

Neubau Gleisschleife Stadion
Mittwoch, 20. Juni 1990

Am Stadion im Jahr 1990
Am Stadion im Jahr 1990

Der Streckenabschnitt zum Stadion wird vorübergehend nicht im Linienverkehr bedient. Grund ist der Bau und die Anbindung der bisher fehlenden Wendeschleife an der Endstelle. Im Februar 1970 wurde die Strecke zum Buschmühlenweg nach 72 Jahren stillgelegt. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Frankfurter Straßenbahn abgeschafft und durch Busse ersetzt werden. Straßenbahnen sollten in der DDR langfristig nur noch in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern fahren. Nach Ulbrichts Ablösung 1971 und der ersten Ölkrise 1973 drehte sich der Wind und die Straßenbahnen Ostdeutschlands kamen vielerorts zu neuer Blüte.

Auch in Frankfurt wurde 1973 ein Konzept zum Ausbau der Tram erarbeitet. Die Strecke in den Buschmühlenweg wurde im Juni 1970, wenige Monate nach ihrer Stilllegung, sogar wieder reaktiviert. Man nahm den noch nutzbaren Teil der Strecke wieder in Betrieb. Da hinter dem Stadion die Gleise bereits unter einer Asphaltdecke verschwunden oder ausgebaut waren, diente fortan die Haltestelle Stadion als Endstation. Erst im September 1976 wurde am Endpunkt in der Oderallee (heute wieder Lindenstraße) eine Gleiswechselanlage eingebaut. Bis dahin war kein Einsatz von Beiwagen auf der Strecke möglich. Teilweise ließen Züge zum Stadion ihren Beiwagen am Platz der Republik und fuhren solo zum Stadion.

Nun endlich wird die Haltestelle etwa 150 m nach Osten verlegt und eine zweigleisige Wendeschleife direkt an der Alten Oder mit zusätzlichem Stumpfgleis in der Schleifenmitte gebaut. Bereits Anfang 2003 wurde das Stumpfgleis entfernt und ein Parkplatz für Autos in der Wendeschleife errichtet. Der Endpunkt Stadion war der letzte ohne Gleisschleife. Bisher konnten den Ast nur Zweirichtungswagen bedienen.

Da die neue Wendeschleife im Bereich der Umsetzanlage von 1976 an die Bestandsstrecke angebunden wird, ist ein Straßenbahnverkehr zum Stadion während der Bauarbeiten nicht möglich. Seit Oktober 1988 fährt umleitungsbedingt die Linie 5 zum Stadion. Wegen der Bauarbeiten fährt sie vorübergehend zwischen Neuberesinchen und Große Oderstraße (heute Europa-Universität).

Tarifumstellung D-Mark
Sonntag, 1. Juli 1990

Mit 42 Jahren Verspätung wird die D-Mark einzige offizielle Währung in ganz Deutschland. Bei der neuen Stadtverkehrs GmbH bleiben die Tarife für Bus und Bahn zunächst unverändert. Eine Fahrt mit Umsteigeberechtigung kostet 0,20 DM.

Einschränkungen wegen Fahrgastrückgang
Montag, 13. August 1990

Die mangelnde Wirtschaftlichkeit in ostdeutschen Betrieben führt zu Entlassungen in unwirtschaftlichen Großbetrieben. Der größte Arbeitgeber Frankfurts, das volkseigene Halbleiterwerk im Industrievorort Markendorf, baut Personal ab. Knapp 9.000 Menschen aus dem Frankfurter Raum und aus den angrenzenden Gemeinden Polens waren einst beschäftigt. Um diese möglichst wirtschaftlich an ihren Arbeitsplatz zu bekommen, wurde im Oktober 1988 die Straßenbahn nach Markendorf verlängert. Mit 16 Zügen je Stunde und Richtung fuhren die Linien 3, 4 und 7 im Spitzenverkehr gen Markendorf.

Nun geht das Verkehrsaufkommen deutlich zurück. Linie 3 wird wieder zur Kopernikusstraße zurückgezogen und fährt wie bis 1988 nur noch zwischen Kopernikusstraße und Lebuser Vorstadt. Der 7/8-Minuten-Takt auf der Linie 7 wird durch einen 15-Minuten-Takt ersetzt, jeder zweite Zug wird also gestrichen. Schon bald fahren nur noch Solo-KT4D auf Linie 7 (bisher Gotha-Zweiwagenzüge und KT4D-Doppeltraktionen). Statt 16 fahren noch 8 Züge pro Spitzenstunde nach Markendorf. Die Zubringerbuslinie K (heute Bus 987) (Lennéstraße - Kopernikusstraße) fährt nur noch alle 30, nachmittags etwa alle 60 statt 15 Minuten. Dies ist die erste Angebotseinschränkung nach der Wende, weitere werden folgen. Der öffentliche Verkehr nimmt an Bedeutung ab.

Änderungen Straßenbahn ab 13.08.1990
Tram | Tramwaj
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktzeiten der von Änderungen betroffenen Linien.

Takte Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
13:00
13:00
17:00
17:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
3 - 15' - -
7 - 15' - 15' - - -
 K  - 30' - 60' - - -

Stadtverkehrsgesellschaft gegründet
Samstag, 18. August 1990

Mit Wirkung vom 01.07.1990 wird der Gesellschaftsvertrag zur Gründung der StadtverkehrsGmbH notariell beurkundet, der Geburtstag des Unternehmens in seiner heutigen Form.

Zwölf weitere KT4D geliefert
September 1990

Solo-KT4D auf Linie 6
Solo-KT4D auf Linie 6

Aus Prag kommen zwölf fabrikneue KT4D mit den Wagennnummern 223 bis 234. Sie mussten aufgrund langfristiger Verträge zu einem Stückpreis von 400.000 DM gekauft werden. Die Stadt nahm dazu einen Investitionskredit der Bundesregierung auf. Aufgrund zurückgehender Fahrgastzahlen werden die Triebwagen teilweise schon nach wenigen Jahren nicht mehr benötigt. Da sich kein Käufer findet, werden die Wagen 230 bis 233 bereits 1995 abgestellt und 1997 verschrottet. Auch Tw 234 wird 1995 abgestellt, sein Wagenkasten fand 2001 für einen verunfallten Wagen aus Gera Verwendung. 1991 wird KT4D 227 nach einem schweren Unfall als erster Frankfurter KT4D modernisiert und im Januar 1992 vorgestellt. Auch er wurde 1995 abgestellt und 2005 verschrottet. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten wollte man die überzähligen Fahrzeuge nicht nach Osteuropa verschenken.

Wendeschleife Stadion fertiggestellt
Sonntag, 30. September 1990

Die Wendeschleife am Stadion ist fertiggestellt. Außerdem ist der qualitätsmäßig schlechteste Abschnitt der Strecke zum Westkreuz (zwischen Westkreuz und Gerhart-Hauptmann-Straße) erneuert. Zwar sind die Gleise auf der restlichen Strecke teilweise noch immer im erbärmlichen Zustand, aber nach zwei Jahren Ersatzverkehr mit Bussen wurde vorerst einmal der Straßenbahnverkehr wieder aufgenommen. Durch die neue Wendeschleife am Stadion gibt es keine Linie mehr, die mit Zweirichtungsfahrzeugen bestückt werden muss.

Linie 1 fährt weiterhin nach dem Fahrplan vom 22.10.1988, Linie 2 wird nach fast zwei Jahren Ersatzverkehr als Straßenbahnlinie zwischen Westkreuz und Stadion wieder eingeführt. Die Linien 3 und 7 fahren weiter nach ihrem Fahrplan vom 13.08.1990. Linie 4 bekommt einen neuen Fahrplan und fährt erstmals seit 1985 wieder zum Stadion. Linie 5 kann wieder auf ihrer ursprünglichen Route Westkreuz - Neuberesinchen fahren, sie wird allerdings nun nur noch in der Hauptverkehrszeit (HVZ) eingesetzt. Damit fährt, wie schon seit Juni 1989 der Ersatzverkehr, vormittags nur noch alle 15 Minuten eine Bahn zum Westkreuz. Die bisherige HVZ-Linie 6 fährt jetzt ganztägig, im Spitzenverkehr als einzige Linie noch im 7/8-Minuten-Takt. Alle anderen Tramlinien fahren im 15-Minuten-Takt. Auf Linie 4 werden in der Regel KT4D-Doppeltraktionen eingesetzt, auf Linie 7 Solo-KT4D. Die anderen Linien werden von Gotha-/Reko-Zweiwagenzügen bedient. Auch wenn damit vier von sieben Straßenbahnlinien verändert fahren, wird kein neuer Fahrplan herausgegeben, ein beidseitig bedrucktes A4-Blatt muss den Kunden reichen. Keine Veränderungen gab es im Busverkehr.

Straßenbahn ab 30.09.1990
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Westkreuz - Platz der Republik - Stadion / Große Oderstraße
(zum Stadion nur 5-20 Uhr, sonst nach Große Oderstraße)
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 Halbleiterwerk - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 5 Neuberesinchen - Bahnhof - Westkreuz
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-18 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Montag-Freitag 5.30-18.30 Uhr)
Linie 7 Halbleiterwerk - Kopernikusstraße - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13.30-17 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien.

Takte Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
13:00
13:00
17:00
17:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
1 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
2 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
3 - 15' - -
4 unr. 15' unr. 15' 20' 30'-40'
5 - 15' - 15' - - -
6 - 7/8' 15' 7/8' - - -
7 - 15' - 15' - - -

unr. = unregelmäßiger Takt

Mercedes-Benz-Busse im Test
September 1990

Die StadtverkehrsGmbH testet im Linienbetrieb einen Mercedes-Gelenkbus vom Typ MB O405G, im November einen MB O405. Schon 1991 werden 6 Gelenk- und 4 Standardbusse dieses Typs beschafft.

Wieder KT4D auf Linie 6
Donnerstag, 15. November 1990

Durch die zwölf im September 1990 angelieferten KT4D (Tw 223-234) stehen wieder Tatrawagen für die Linie 6 zu Verfügung. Zwei der fünf Kurse werden an diesem Tag von Tw 224 und von Tw 230 gefahren.

Ab November 1987 waren KT4D auf der Linie 6 im Einsatz. Seit dem 22. Oktober 1988 wurden die bis dahin auf der Linie 6 eingesetzten KT4D jedoch für die neu eingerichtete Linie 7 benötigt. Linie 6 wurde seitdem wieder mit Zweiachs-Zweiwagenzügen bedient.

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 1990
1990

Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen
Gotha-Tw 13 in Neuberesinchen

Aufgrund langfristiger Verträge zwischen der DDR und der damaligen Tschechoslowakei kamen 1990 noch einmal zwölf KT4D fabrikneu nach Frankfurt. Neben drei verunfallten Wagen und dem bei einem Brand beschädigten Gotha-Triebwagen 13 gingen weitere Zweiachser außer Dienst, wenngleich das große Ausmustern der Gotha- und Rekowagen erst 1991 begann.

Wagenpark (Stand 31.12.1990) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 38
Zweiachsige Beiwagen 46
Vierachsige Triebwagen 34
Arbeitswagen 5

Tarifänderung 1991
Freitag, 1. Februar 1991

Auf den Tag genau 62 Jahre nach der letzten Fahrpreisänderung wird der Preis für eine Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung von 20 auf 50 Pfennig (ermäßigt 25 Pfennig) erhöht. Nach anfänglich weniger Fahrgästen stabilisiert sich die Zahl der ÖPNV-Nutzer schnell.

Die Monatskarte für zwei Linien kostet 16 DM (ermäßigt 12 DM). Neu eingeführt wurden die Monatskarte für das Gesamtnetz zu 20 DM (ermäßigt 15 DM) und die übertragbare Umweltkarte für das Gesamtnetz zu 25,00 DM.

Monatskarten wurden zu DDR-Zeiten in der Regel für eine bis vier Linien des Stadtverkehrs ausgegeben. Andere Linien, deren Streckenführung sich teilweise mit der gelösten Linie deckt (Decklinien), konnten auf dem gemeinsamen Streckenabschnitt mit genutzt werden. Straßenbahnlinen galten dabei grundsätzlich nicht als Decklinie für Buslinien und umgekehrt.

KT4D-Tw 227 verunfallt
Dienstag, 12. Februar 1991

Am Straßenbahnübergang Fürstenberger Straße, nahe der Haltestelle Dresdener Straße, kommt es zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem LKW und dem KT4D 227 (Baujahr 1990). Der Triebwagen wird später in einer ehemaligen Panzerwerkstatt im brandenburgischen Mittenwalde als erster Frankfurter KT4D modernisiert.

Zweite Bauphase August-Bebel-Straße
Montag, 13. Mai 1991

Der zweite Bauabschnitt in der August-Bebel-Straße von der Rathenaustraße zur Goethestraße wird begonnen. Die Straßenbahnlinie 2 wird wieder im Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Platz der Republik (heute Zentrum) und Westkreuz (heute Messegelände) gefahren. Während tagsüber alle 15 Minuten ein Bus fährt, gilt in den Hauptverkehrszeiten ein 7/8-Minuten-Takt. Linie 5 wird vorübergehend eingestellt.

Fahrplanwechsel 1991
Samstag, 22. Juni 1991

Fahrplanheft 1991
Fahrplanheft 1991

Der erste Nachwendefahrplan tritt in Kraft. Er bringt kaum Verschlechterungen zur letzten DDR-Ausgabe vom 22.10.1988. Betriebsbeginn ist weiterhin gegen 3.30 Uhr, Betriebsschluss gegen 0.30 Uhr, freitags und sonnabends gegen 1.30 Uhr. Eine Reihe von Haltestellen bekam neue Namen. Seit dem Frühjahr wurden zahlreiche Straßen umbenannt. Straßennamen mit kommunistischem Hintergrund wurden vielfach durch die alten Vorkriegsnamen ersetzt. Bei der Gelegenheit änderte man auch werbende Haltestellennamen wie Kaufhalle Nord in neutrale Bezeichnungen.

Fahrplan Stadtverkehr 1991/92
(22.06.1991-31.05.1992)

Straßenbahn: Da die Linie 5 bereits seit dem 13. Mai wegen Streckensanierung zum Westkreuz eingestellt ist, wird das Angebot der Linie 6 verdichtet. In den Spitzenstunden fährt sie nun dreimal pro Viertelstunde. Alle 4 bis 7 Minuten kommt sie vorbei. Gemeinsam mit der Linie 1 ergibt sich auf dem Abschnitt Neuberesinchen - Innenstadt in der Hauptverkehrszeit (HVZ) ein 3-4-Minuten-Takt. Nicht ganz so gut läuft es für die Fahrgäste nach Markendorf. Außer in der HVZ endet jede zweite Fahrt der Linie 4 bereits an der Kopernikusstraße. Vormittags und am Wochenende ist Markendorf damit nur noch alle 30 Minuten erreichbar. Am Abend klaffen mehrere 40-Minuten-Lücken. Zwei Endstellen der Straßenbahn wurden umbenannt. Der Endpunkt der Linie 2, Westkreuz, wird um dem Zusatz (Messegelände) ergänzt. Und statt Halbleiterwerk schildern die Linien 4 und 7 fortan Markendorf. Auf den Linien 1 und 3 fahren Gotha-/Reko-Zweiwagenzüge. Züge der Linie 4 bestehen in der Regel aus KT4D-Doppeltraktionen. Auf den Linien 6 und 7 genügen Solo-KT4D.

Stadtbus: Auch im Bussektor wurde der ordentliche Standard gehalten. Die Linien A (seit 1999 Linie 980) und B (981) fahren in der HVZ nun beide im 15-Minuten-Takt. Bisher galt das nur für die Linie B. Linie D (983) nach Booßen fährt nur noch in der HVZ. In den übrigen Zeiten werden erstmals einige Fahrten der Linie B nach Booßen verlängert. Der Saisonverkehr zum Helene-See wird erstmalig als Linie H (986) gekennzeichnet. Von Anfang Juni bis 1. September 1991 fährt Linie H sogar auf zwei Routen zum Helene-See, einmal vom Bahnhof über Neuberesinchen alle 90 Minuten, außerdem (aber nur Montags bis Freitags) von der Prager Straße über Messegelände zum Helene-See. Ganzjährig werden erstmals drei Fahrten der Buslinie F (984) an den Wochenenden über Lossow hinaus zum Helene-See verlängert. Der Endpunkt Industriekomplex West heißt nun Seefichten, aus Industriekomplex Nord wurde Spitzkrug (Brauerei), die ehemalige Haltestelle Spitzkrug heißt jetzt Berliner Chaussee, aus der Haltestelle Kraftverkehr wurde Oderhang, der Endpunkt Bezirkskrankenhaus heißt Klinikum.

Straßenbahn ab 22.06.1991
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 5-20 Uhr)
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Montag-Freitag 5.30-18.30 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Kopernikusstraße - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13.30-16 Uhr)
Stadtbus ab 22.06.1991
Bus | Autobus
Linie SEV Westkreuz (Messegelände) - Platz der Republik - (Große Oderstraße)
(Schienenersatzverkehr)
Linie  A  Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Moskauer Str. - Meurerstr. (- Waldhaus Rosengarten)
(ab 22 Uhr erst ab Ziolkowskiallee)
Linie  B  Kopernikusstraße - Bahnhof - Moskauer Straße - Berliner Chaussee (- Booßen)
(nach Booßen nicht Montag-Freitag 5-7 und 13-18 Uhr)
Linie  C  Bahnhof - Westkreuz - Rosengarten - Lichtenberg - Klinikum
(nur bis 22 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Oderhang - Kliestow - Booßen
(nur Montag-Freitag 5-7 und 13-18 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow
 
Linie  G  Bahnhof - Prager Straße - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-7 und 15-17 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Prager Straße - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstraße - Am Messegelände - Lennéstraße
(nur Montag-Freitag 5-7 und 15-17 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie SEV 2, A, B, G, K). Die übrigen Linien fahren kaum oder gar nicht vertaktet.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
05:00
05:00
20:00
20:00
22:00
22:00
00:00
1 unr. 15' unr. 15' 20' 40'
3 - 15' - -
4 unr. 15' 15'~ 15' 15'~ unr. 15'~ 20'* 40'
6 - 4-7' 15' 4-7' - - -
7 - 15' - 15' - - -
SEV unr. 7/8' 15' 7/8' 15' unr. 15' 20' 40'
 A  unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' unr.
 B  unr. 15' 30' 15' 30' unr. 30' unr.
 G  - 30' - 30' - - -
 K  - 30' - 30' - - -

unr. = unregelmäßiger Takt
~ = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 30 Min.,
* = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 20-40 Min.

Haltestellenumbenennungen 22.06.1991

frühere Bezeichnung neue Bezeichnung
Bezirkskrankenhaus Klinikum (Linien 4, 7, C)
Dimitroffallee Mühlenweg (1, 5, 6, 7)
Gaswerk Neue Welt (1, 3)
Güldendorf, LPG Güldendorf, Krumme Straße (F)
Halbleiterwerk Markendorf (4, 7, C)
Haus der Einheit Gubener Straße (F)
Industriekomplex Nord Spitzkrug, Brauerei (B)
Industriekomplex West Seefichten (A, G)
Karl-Marx-Monument Topfmarkt (1, 3)
Kaufhalle Nord Prager Straße (B, G, H, K)
Kliestow, Kinderkrippe Kliestow, Rohrpfuhl (D)
Konsument Franz-Mehring-Straße (C)
Kopernikusstraße, Dienststelle Nuhnenstraße (A)
Kraftverkehr Oderhang (D)
Lichtenberg, Kinderkrippe Lichtenberg, Rosengartener Straße (C)
Marö-Werk Am Winterhafen (1, 3)
Platz der Einheit Bardelebenstraße (2, 5, A, B) (heute Kleist Forum)
Rathenaustraße Otto-Nagel-Straße (C, K)
Sowjetisches Ehrenmal Gertraudkirche und Anger (4)
Spitzkrug Berliner Chaussee (B, D)
Stadion der Freundschaft Stadion (4, F)
Straße des Roten Oktober Johann-Eichorn-Straße (1, 5, 6, 7)

Neue Zielfilme für die Straßenbahn
Juni 1991

KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion
KT4D 201 im Juli 1992 am Stadion

Die Straßenbahnen erhalten neue Zielfilme. Dabei wird nicht mehr für jedes Ziel die gleiche Schriftgröße verwendet, vielmehr werden kurze Ziele wie Stadion mit größeren Buchstaben geschrieben. Das verbessert die Lesbarkeit der Anzeigen. Mit den neuen Bändern kann auch die neue Endstellenbezeichnung Markendorf angezeigt werden.

Neue Entwerter, neue Fahrscheine
Montag, 1. Juli 1991

Die bereits seit längerem installierten, vom Münchener MVV gebraucht übernommenen, Entwerter (Hersteller Klüssendorf) werden eingesetzt. Es werden neue, breitere Fahrscheine ausgegeben. Parallel wurden die in München üblichen Streifenfahrkarten eingeführt, später aber wieder abgeschafft. Die erst im Februar neu ausgegebenen Fahrscheine liefen damit aus, behalten aber ihre Gültigkeit. Die neuen Mercedes-Busse wurden von Anfang an nur mit den MVV-Entwerten ausgestattet.

Gleisbau am Bahnhof
Freitag, 20. September 1991

Auf der Bahnhofsseite des Beresinchenunnels werden Bogengleise ausgetauscht. Da der Tunnel dafür komplett gesperrt werden muss, werden die Buslinien umgeleitet. Für die Straßenbahn ergeben sich umfangreiche Änderungen und es kommt sogar zu einer vorübergehenden Wiederinbetriebnahme.

Die Linie 1 fährt mit Gotha-ZR-Solowagen alle 7/8 Minuten zwischen Lebuser Vorstadt und der Kießlingplatz (an der Strecke zum Westkreuz). Am Kießlingplatz wendeten die Wagen über einen Bau-Gleiswechsel. Hinter dem Kießlingplatz fanden seit Mai umfangreiche Gleisbauarbeiten statt. Linie 2 fährt im Ersatzverkehr zwischen Meurerstraße (Bus-Hst. der Linien A [heute 980] und C [982]) und Kießlingplatz/Goethestraße. Dadurch werden weniger Busse auf dieser Strecke benötigt und es stehen mehr Fahrzeuge für den Ersatzverkehr im Bahnhofsbereich zur Verfügung.

Linie 3 fährt zwischen Kopernikusstraße und Neuberesinchen, die Linien 4 und 7 zwischen Markendorf und Neuberesinchen. Linie 6 wird vorübergehend eingestellt. Es wird ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Stadion und Wintergarten (zurück ab Leninallee [heute Birkenallee]) eingerichtet. Die Ersatzbusse übernehmen in Richtung Stadtzentrum an der Haltestelle Johann-Eichorn-Straße die Straßenbahnfahrgäste aus Neuberesinchen, Markendorf und von der Kopernikusstraße. Da der Ersatzbus nur alle 7/8 Minuten fährt, reichen die Plätze oft hinten und vorn nicht. Neben Mercedes-Bussen kommen auch noch Ikarus 280 zum Einsatz.

Angebotsreduzierung Linie 6
Donnerstag, 3. Oktober 1991

Die Bauarbeiten im Beresinchentunnel vom 20.09.1991 werden abgeschlossen. Auf Linie 6 wird der 4/4/7-Minuten-Takt aufgelöst und eine von drei Fahrten gestrichen. Das führt fortan häufig zu Überfüllungen. Da nun die Linie 1 wieder von Neuberesinchen zur Lebuser Vorstadt fährt, ist der Streckenabschnitt Kießlingplatz - Platz der Republik (heute Zentrum) erst einmal wieder ohne Straßenbahnbetrieb.

Straßenbahn bis Kießlingplatz
Montag, 7. Oktober 1991

Gotha-Soloeinsatz
Gotha-Soloeinsatz

Wie schon einmal vom 20.09. bis 02.10.1991 fährt die Straßenbahn wieder zum Kießlingplatz. Linie 2 pendelt mit Gotha-/Reko-Zweirichtungswagen alle 7/8 Minuten zwischen Kießlingplatz und Stadion. Der Ersatzverkehrsbus fährt nur zwischen Westkreuz (Messegelände) und Kießlingplatz.

2. Bauabschnitt August-Bebel-Straße fertig
Sonntag, 24. November 1991

Die Strecke zum Westkreuz wird nach Fertigstellung des 2. Bauabschnittes in der August-Bebel-Straße wieder in Betrieb genommen. Linie 2 fährt wieder zwischen Westkreuz (Messegelände) (heute Messegelände) und Stadion, auch Linie 5 wird zwischen Westkreuz (Messegelände) und Neuberesinchen wieder eingeführt und fährt alle 15 Minuten in den Hauptverkehrszeiten (HVZ). Mit dem sanierten Abschnitt geht an der Endhaltestelle Westkreuz (Messegelände) die umgestaltete Haltestelle stadteinwärts in Betrieb. Die Station ist nun busgängig und wird von den Buslinien A (980) und C (982) in dieser Richtung genutzt. Bei der Gleissanierung wurden die Gleiswechsel am Westkreuz und am Hellweg nicht wieder eingebaut.

Gleichzeitig kommt es zu Kürzungen im Fahrplanangebot. Diese betreffen vor allem den Frühverkehr am Wochenende vor 8 Uhr. Die Tramlinien 1, 2 und 4 fahren in dieser Zeit nur noch alle 20 statt 15 Minuten. Die Buslinien A (heute 980) und B (981) werden im Wochenend-Frühverkehr von 30- auf 40-Minuten-Abstände gekürzt. Auf der Buslinie K (987) werden zahlreiche Fahrten gestrichen. Linie 6 fährt wegen der wieder eingesetzten Linie 5 nur noch alle 15 Minuten, was die ohnehin überfüllte Situation zwischen Neuberesinchen und Innenstadt weiter verschärft. Noch im Sommer fuhren auf dieser Relation vier Züge pro Viertelstunde, jetzt zwei.

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 1991
1991

Gotha-Arbeits-Tw 7
Gotha-Arbeits-Tw 7

Durch Fahrgastrückgänge und zwölf 1990 gelieferte KT4D wurden zahlreiche Gotha- und Rekowagen überflüssig. So wurde 1991 die große Ausmusterungswelle bei den zweiachsigen Fahrzeugen eingeläutet, die in nur fünf Jahren fast 100 Wagen der Baujahre 1957-1975 auf den Schrott befördern wird. Neue oder gebrauchte Fahrzeuge für den Linienverkehr kamen 1991 nicht nach Frankfurt. Lediglich Arbeitswagen (A-Tw) 7 wurde aus Gera übernommen. Dafür wurde der bisherige Frankfurter A-Tw 7 (Typ TE70/1, Baujahr 1971) ausgemustert und verschrottet. Insgesamt schieden 12 Trieb- und 19 Beiwagen aus dem Liniendienst. Darunter auch zwei Reko-ZR-Tw, die zu Arbeitswagen umgebaut wurden. Reko-ZR-Tw 47 wurde verkauft und diente zunächst in Güldendorf als Imbisshalle. 1993 ging das Fahrzeug nach Seelow.

Wagenpark (Stand 31.12.1991) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 26
Zweiachsige Beiwagen 27
Vierachsige Triebwagen 34
Arbeitswagen 7

Tarifänderung 1992
Mittwoch, 1. Januar 1992

Nur elf Monate nach der letzten Tariferhöhung kommt es zur zweiten Fahrpreisänderung nach der Wende. Die Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung wird von der 30-Minuten-Zeitkarte abgelöst und steigt von 0,50 DM auf 1,30 DM (ermäßigt 0,75 DM). Die 5-Fahrten-Karte kostet 5 DM (ermäßigt 3,75 DM). Für eine Monatskarte sind 35 DM (ermäßigt 25 DM) zu zahlen. Tageskarten gibt es nicht.

Erste historische Straßenbahn vorgestellt
Samstag, 1. Februar 1992

Wagen 60 in der Logenstraße im Mai 1992
Wagen 60 in der Logenstraße im Mai 1992

Zum Tag der offenen Tür im Betriebshof Bachgasse wurde Frankfurts erster historischer Straßenbahnwagen ausgestellt. 1936 bei der Waggonfabrik Wismar gebaut, kam Wagen 60 (Theo) im Frühjahr 1938 nach Frankfurt. Bis 1975 stand er im Liniendienst und wurde dabei technisch mehrmals angepasst. Danach diente das Fahrzeug bis 1988 als Arbeitswagen 5. Seit 1988 wurde an der Aufarbeitung des Wagens zum Museumsfahrzeug gearbeitet.

Weitere Straßenumbenennungen
Montag, 9. März 1992

Linienlaufweg von 1987
Linienlaufweg von 1987

Altlasten werden getilgt. Erneut bekommen 32 Straßen in Frankfurt neue oder ihre alten Namen. So wird aus der Wilhelm-Pieck-Straße wieder die Logenstraße und die Leipziger Straße, der mittlere Abschnitt erhält den Namen der Partnerstadt Heilbronn. Auch ein Teil der Karl-Marx-Straße wird wieder in Berliner Straße umbenannt. Die Oderallee heißt künftig wieder Lindenstraße. In den Neubaugebieten werden unter anderem die Leninallee zur Birkenallee, die Moskauer Straße zur Hamburger Straße und die Zielona-Góra-Straße zur Kieler Straße. Die beiden letztgenannten Straßen befinden sich im Hansaviertel und erhielten daher Straßennamen nach Hansestädten.

Besonders üppig mit kommunistischen Namen bestückt waren die Neubaugebiete der späten 1970er und 1980er Jahre. Während im Hansa-Viertel nicht Namen von Hansestädten sondern vor allem Stadtnamen aus Ostblockstaaten vergeben wurden, waren im danach gebauten Wohngebiet Süd sowjetische Kosmonauten (auch noch lebende!) an der Reihe. Im letzten Neubaugebiet Neuberesinchen hat man DDR-Politiker und Führer kommunistischer Parteien mit Straßennamen bedacht. Da letztere nach bürgerlichen Gesichtspunkten selten eine weiße Weste hatten, musste vor allem in Neuberesinchen einiges umbenannt werden. Von fünf Haltestellen in Neuberesinchen durften allein der Endpunkt und die Station Wintergarten ihren Namen behalten. Das Foto zeigt den im Seitenfenster der KT4D ausgehangenen Linienweg der Linie 6 vom Dezember 1987.

Sanierung Schleife Lebuser Vorstadt
Dienstag, 10. März 1992

Neben der Strecke zum Westkreuz sind vor allem Gleise und Stromversorgung in die Lebuser Vorstadt unzureichend. An der Wendeschleife Lebuser Vorstadt beginnend, werden in der Herbert-Jensch-Straße und Berliner Straße Gleisbauarbeiten durchgeführt. Ende der 1970er Jahre wurde hier letztmalig gebaut.

Linie 3 wird umgeleitet und fährt für mehrere Jahre von der Kopernikusstraße zum Stadion. Linie 1 wird mit ZR-Gotha-/Reko-Zügen bedient und fährt nur zwischen Neuberesinchen und Am Winterhafen. Am Winterhafen wird der Beiwagen stehen gelassen und der Triebwagen fährt allein zur Lebuser Vorstadt weiter. An den Wochenenden wird Linie 1 auf der gesamten Strecke nur mit einem Solo-2x-Tw bedient. Tagsüber fährt daher zusätzlich Linie 6 als Entlastung kurz vor Linie 1 her. Nach nur zwei Wochenenden werden diese Verstärker auf den Sonnabendvormittag beschränkt. Dadurch kommt es am Wochenende auf Linie 1 außerhalb der Einsatzzeit der Linie 6 regelmäßig zu überfüllten Bahnen.

Bei der Sanierung der Schleife Lebuser Vorstadt wurden erstmals S49-Vignolschienen statt Rillenschienen eingebaut. Weiterhin werden im gesamten Netz bisher handbetriebene Weichen auf elektrischen Antrieb umgestellt. Aufwendig war jahrelang die Situation an einer Weiche im Gleisdreieck Johann-Eichorn-Straße. Dort fuhren in den Hauptverkehrszeiten alle 7 bis 8 Minuten die Linien 3 und 4 in Richtung Stadtzentrum, während die Linie 7 ebenfalls alle 7 bis 8 Minuten nach Neuberesinchen abbog. Einen elektrischen Antrieb hatte die Weiche nicht, so dass während der Betriebszeiten der Linie 7 bei jeder(!) Fahrt der Fahrer aussteigen musste, die Weiche von Hand stellen musste und erst dann die Fahrt weiter ging.

Fahrplanausdünnungen
Montag, 13. April 1992

Aufgrund der angespannten Finanzsituation bei der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) werden zahlreiche Fahrten bei Bussen und Bahnen gestrichen. Die Stadt sieht sich nicht in der Lage, den subventionsbedürftigen Betrieb zu übernehmen. Insbesondere zusätzliche Fahrten im Abendverkehr am Wochenende, aber auch im Frühverkehr und Fahrten in die eingemeindeten Vororte wurden gestrichen.

Die Treuhandanstalt zur Privatisierung staatlicher (volkseigener) Betriebe der DDR war noch immer Eigentümer der SVF. Die Stadt Frankfurt wollte den Betrieb zunächst nicht übernehmen weil keine Mittel für seine Subventionierung vorhanden waren.

Vorerst Ende der KT4D-Doppeltraktion
Mittwoch, 22. April 1992

Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4
Solo-KT4D 202 1992 als Linie 4

Die finanzielle Schieflage der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) hat sich in den letzten Monaten verschärft. Bereits am 13. April wurden einzelne Fahrten aus dem Angebot genommen. Um die Kosten weiterhin zu reduzieren, fährt die Linie 4 ab sofort nur noch mit Solo-KT4D. Doppeltraktionen kommen nicht mehr zum Einsatz. So können die Instandhaltungszyklen gespreizt werden. Danach waren KT4D-Doppeltraktionen in Frankfurt bis 2004 nur noch in seltenen Ausnahmesituationen zu beobachten.

Seit der Inbetriebnahme der ersten KT4D im Herbst 1987 kamen Solo-KT4D im Fahrgastverkehr bis zum Herbst 1990 so gut wie nie zum Einsatz. Weil KT4D-Doppeltraktionen nach Markendorf am Wochenende überdimensioniert waren, wurde 1989/90 für einige Zeit die Linie 4 am Wochenende sogar wieder mit Zweiachsern betrieben. Da die Einholm-Stromabnehmer aus DDR-Herstellung beim KT4D eher unzuverlässig waren, verzichtete man damals noch auf Soloeinsätze der KT4D. Die Linien 6 und 7 fuhren ab dem zweiten Halbjahr 1990 dennoch nur mit Solo-KT4D.

Dritte Bauphase August-Bebel-Straße
Montag, 18. Mai 1992

Der dritte und letzte Bauabschnitt der Straßenbahnstrecke zum Westkreuz wird saniert. Gleise und Asphalt werden zwischen den Haltestellen Goethestraße (heute Witzlebenstraße) und Kantstraße erneuert. Die Kreuzung August-Bebel-Straße/Markendorfer Straße wird ebenfalls umgestaltet und die beiden Unterführungen unter den Eisenbahnbrücken werden abgesenkt. Vor allem die früher in der August-Bebel-Straße angesiedelte sowjetische Armee beachtete oftmals nicht die Durchfahrtshöhe und steckte regelmäßig unter den Brücken fest. Auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung der Strecke zum Westkreuz wird errichtet. Nach Abschluss der Bauarbeiten können damit auch auf diesem Ast Tatrawagen vom Typ KT4D eingesetzt werden.

Linie 5 wird wegen der Bauarbeiten erneut eingestellt, während ursprünglich eine Umleitung zum Stadion beabsichtigt war. Da zum 1. Juni allerdings ein Sparfahrplan eingeführt wird, wurde Linie 5 im Vorgriff darauf bereits eingestellt. Die Haltestelle Westkreuz (Messegelände) wird in Messegelände umbenannt und zwischen Messegelände und Platz der Republik ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Fahrplanwechsel 1992
Montag, 1. Juni 1992

Fahrplanheft 1992
Fahrplanheft 1992

Die schwierige Finanzsituation der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) macht Einschnitte ins ÖPNV-Angebot erforderlich. Da weder Treuhandanstalt noch Stadt der SVF helfen wollen oder können, tritt ein Sparfahrplan in Kraft. Der tägliche Betriebsbeginn wird von 3.30 Uhr auf etwa 5 Uhr verlegt, Feierabend ist gegen 22.30 Uhr und damit zwei Stunden früher als bisher. Nach 17 Uhr und am Wochenende gilt nur noch ein 30-Minuten-Takt, nach 20 Uhr fahren Bahnen und Busse nur alle 40 Minuten. Die Linien 3, 5 und D werden eingestellt. Doch das Streichkonzert ist etwas zu umfangreich ausgefallen. Ab 9. Juni fährt Linie 4 zwischen Kopernikusstraße und Stadion daher wieder häufiger. Außerdem beginnt ab 9. Juni der 30-Minuten-Takt auf allen Linien an Werktagen erst um 18 statt um 17 Uhr.

Fahrplan Stadtverkehr 1992
(01.06.1992-03.01.1993)

Straßenbahn: Die Straßenbahnlinien 3 und 5 werden eingestellt (Linie 5 wegen Bauarbeiten bereits seit 18. Mai). Linie 7 fährt nur noch alle 30-45 Minuten. Vom Stadtzentrum fahren in alle Richtungen, außer nach Neuberesinchen, Bahnen nur noch im 15-Minuten-Takt. Nach Neuberesinchen verdichtet die Linie 6 das Angebot der Linie 1 tagsüber auf einen 7/8-Minuten-Takt. Neu ist, dass die Linie 6 auch Sonnabend vormittags fährt, so dass dann alle 15 Minuten eine Bahn nach Neuberesinchen fährt. Auf der Linie 1 kommen Gotha-/Reko-Zweiwagenzüge zum Einsatz, auf den anderen Linien in der Regel Solo-KT4D.

Stadtbus: Buslinie D (später 983) wird eingestellt und durch die Verlängerung einiger Fahrten der Linie B (981) nach Booßen ersetzt. Die Buslinien G (985) und K (987) werden auf wenige Fahrten an Werktagen reduziert. Linie G wurde außerdem auf den Abschnitt Hamburger Straße - Seefichten verkürzt. Die Linien A und B fahren täglich bis etwa 20 Uhr jeweils alle 30, bis 22 Uhr jeweils alle 40 Minuten, danach ist Betriebsschluss. Durch die Überlagerung der beiden Linien besteht tagsüber auch auf der Busstrecke vom Stadtteil Süd zum Hansa-Viertel ein 15-Minuten-Takt. Einige Fahrten der Linie A starten nicht in Seefichten sondern an der Meurerstraße. Damit gibt es auf einmal Fahrten rund um die Stadt von der Meurerstraße zur Meurerstraße.

Straßenbahn ab 01.06.1992
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Montag-Freitag 6-17, Sonnabend 8-12 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Kopernikusstraße - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5.30-7.30 und 13.30-16 Uhr)
Stadtbus ab 01.06.1992
Bus | Autobus
Linie SEV Messegelände - Platz der Republik
(Schienenersatzverkehr)
Linie  A  Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Straße - Meurerstraße
 
Linie  B  Kopernikusstraße - Bahnhof - Hamburger Straße - Berliner Chaussee / Booßen
 
Linie  C  Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Klinikum
 
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof (- Güldendorf - Lossow)
 
Linie  G  Hamburger Straße - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-7 und 14.30-16.30 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Berliner Chaussee - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstraße - Am Messegelände - Lennéstraße
(nur Montag-Freitag zwei Fahrten pro Richtung)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie SEV 2, A, B und G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Der ab 9. Juni verdichtete Takt der Linie 4 erscheint in einer extra Zeile.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
05:00
06:00
06:00
07:00
07:00
14:00
14:00
16:00
16:00
17:00
05:00
08:00
08:00
12:00
12:00
20:00
17:00
20:00
20:00
22:30
1 30' 15' 30' 30' 40'
(a) 4 30' 15' 15'~ 15' 30' 30' 40'
(b) 4 30' 7/8'* 7/8'~ 7/8'* 30' 30' 40'
6 - 15' - 30' - -
7 - 30' - 30-45' - - -
SEV 30' 15' 30' 30' 40'
 A  30' 30' 30' 40'
 B  30' 30' 30' 40'
 G  - 30' - 30' - - -

(a) = bis 8. Juni 1992, (b) = ab 9. Juni 1992
* = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 15 Min.,
~ = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 30 Min.

Streckensanierung Lebuser Vorstadt
Montag, 17. August 1992

Die grundlegende Sanierung des Streckenabschnitts Platz der Republik - Lebuser Vorstadt beginnt. Der Verkehr wird von Bussen im Ersatzverkehr übernommen. Linie 1 fährt zwischen Neuberesinchen und Große Oderstraße (heute Europa-Universität). Dabei wird Linie 1, obwohl dies nun nicht mehr nötig wäre, weiterhin mit Gotha/Reko-2-Wagen-Zügen betrieben. Wegen eines fehlenden Unterwerkes und des streckenweise schlechten Gleiszustandes kamen auf dieser Strecke bisher keine KT4D zum Einsatz. In einer Zeitungsbeilage wird ein neuer Fahrplan veröffentlicht, in dem auch zusätzliche Fahrten im Frühverkehr nach Markendorf auf Linie 7 enthalten sind. Der Ersatzverkehr für die seit Mai wegen Bauarbeiten eingestellte Linie 2 wird zur Lebuser Vorstadt verlängert und übernimmt damit auch den von der Linie 1 nicht befahrenen Abschnitt.

Erste KT4D in Modernisierung
September 1992

Gartenstraße 1994
Gartenstraße 1994

Nachdem Anfang des Jahres der erste KT4D 227 von der Modernisierung zurückkam, beginnt nun die Serienmodernisierung. Die KT4D 201 bis 204 und 209 (Baujahr 1987, im Sommer 1987 in Frankfurt angeliefert) und die KT4D 213 und 214 (Baujahr 1987, im Dezember 1987 angeliefert) werden als erste nach Mittenwalde zur Modernisierung geschickt. Bereits 2001 stand von diesen 7 Wagen nur noch Tw 209 im Einsatz, die anderen Wagen wurden 2005 verschrottet.

Außerdem werden die Triebwagen 223-226 und 229-232 in eigener Werkstatt für den Heck-an-Heck-Verkehr ausgerüstet. Mit dem absehbaren Einsatzende aller Gotha- und Rekowagen werden in Frankfurt keine Zweirichtungsfahrzeuge mehr vorhanden sein. Um bei Störungen oder Baustellen dennoch Strecken zumindest teilweise mit Straßenbahnen bedienen zu können, sind Heck-an-Heck-Verkehre sinnvoll. Dabei werden zwei Einrichtungswagen mit ihren Hecks aneinander gekuppelt, so dass an den Außenseiten solcher Züge dennoch zwei Führerstände vorhanden sind und die Traktionen auch ohne Wendeschleifen oder Gleisdreiecke die Fahrtrichtung wechseln können.

Waschanlage im Betriebshof Neuberesinchen
Donnerstag, 3. September 1992

Im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen wird als einer der ersten Teile für den späteren Betriebshof eine Waschanlage für Busse und Bahnen in Betrieb genommen.

SVF durch Stadt übernommen
Donnerstag, 24. September 1992

Nach monatelangem Tauziehen beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Übernahme der StadtverkehrsGmbH (SVF) durch die Stadt rückwirkend zum 01.01.1992. Die Treuhandanstalt übernimmt 7,6 Mio. DM Altschulden. Für Anfang 1993 wird ein wieder um 30% ausgeweitetes Angebot angekündigt.

Straßenbahn wieder in Lebuser Vorstadt
Sonntag, 6. Dezember 1992

Zeitgleich mit der zwischenzeitlichen Wiederinbetriebnahme der Linie 1 in die Lebuser Vorstadt premierte am damaligen Kleist-Theater in Frankfurt das Rock-Musical Linie 1, dessen titelgebendes Objekt jedoch die Berliner U-Bahnlinie 1 ist. Frankfurts Straßenbahnlinie 1 fährt wieder auf ihrer Stammroute zwischen Neuberesinchen und Lebuser Vorstadt. Der Schienenersatzverkehr für Linie 2 fährt wieder zwischen Messegelände und Platz der Republik.

Arbeitsbeiwagen übernommen
Dezember 1992

Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1
Gelenk-Arbeits-Beiwagen 1

Aus Erfurt wird der Gelenk-Arbeitsbeiwagen 18 (in Erfurt 1983 Umbau ex Tw 153 und 168) übernommen. Nach Einbau einer Heckauffahrtrampe wird er als Arbeits-Beiwagen 1 in Betrieb genommen. Mit diesem Fahrzeug können bis zu 4 elektrische Hebeböcke und ein Gabelstapler transportiert werden.

Sanierung August-Bebel-Straße abgeschlossen
Sonntag, 20. Dezember 1992

Nach über vier Jahren (unterbrochener) Bauzeit ist die Strecke zum Messegelände (früher Westkreuz) fertig saniert. Auch ein neues Unterwerk zur Stromversorgung wurde errichtet, so dass erstmalig auch KT4D die Strecke befahren können. Die Straßenbahnlinie 2 fährt wieder zwischen Messegelände und Stadion. Mit der Wiederinbetriebnahme wird die Station Westkreuz endgültig in Messegelände umbenannt, nachdem sie bereits seit Juni 1991 Westkreuz (Messegelände) hieß. An den Ersatzverkehrbussen wurde diese Bezeichnung verwendet. Straßenbahnen hingegen schilderten Westkreuz. Da elektronische Anzeigen zu diesem Zeitpunkt nur an den neuen Mercedes-Bussen und am ersten modernisierten KT4DM 227 vorhanden sind, wurden die Zielfilme der Straßenbahn entsprechend ausgetauscht.

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 1992
1992

Spätheimkehrer Reko-Beiwagen 124
Spätheimkehrer Reko-Beiwagen 124

1992 wurden drei Gotha-Beiwagen ausgemustert und verschrottet. Reko-Beiwagen 124 ging für 13 Jahre zur Landesfeuerwehrschule Eisenhüttestadt. 2005 kam der Wagen zurück nach Frankfurt und wird seit 2012 zum historischen Beiwagen aufgebaut. Sechs KT4D wurden modernisiert. Aus Erfurt wird der Gelenk-Arbeitsbeiwagen 18 übernommen, der in Frankfurt als A-Bw 1 eingereiht wird. Frankfurts erster historischer Straßenbahnwagen, Tw 60 (AEG, Baujahr 1936, Theo) ist fertiggestellt. Zwei bereits 1973 nach Gotha abgegebene Triebwagen (Tw 27 und Tw 28), die zuvor zu Beiwagen 77 und 78 umgebaut wurden, werden dort 1992 ausgemustert.

Wagenpark (Stand 31.12.1992) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 26
Zweiachsige Beiwagen 23
Vierachsige Triebwagen 34
Historische Wagen 1
Arbeitswagen 8

Ikarus-Busse außer Dienst
Dezember 1992

Die Ära der Ikarus-Busse geht in Frankfurt zu Ende. Nachdem innerhalb von zwei Jahren 18 Mercedes-Benz O405 und 12 O405G fabrikneu beschafft wurden und obendrein acht O305 aus Heilbronn gebraucht übernommen wurden, sind 38 Busse des Herstellers Mercedes-Benz im Bestand und die ungarischen Ikraus-Busse der Typen 260 und 280 abkömmlich.

Tarifänderung 1993
Freitag, 1. Januar 1993

Zwölf Monate nach der letzten Fahrpreiserhöhung steigt der Preis für die 45-Minuten-Zeitkarte auf 1,60 DM (ermäßigt 1 DM), bisher kostete ein 30-Minuten-Fahrschein 1,30 DM (ermäßigt 0,75 DM). Die 5-Fahrten-Karte verteuert sich von 5 auf 6 DM (ermäßigt 4,50 DM). Der Preis der Monatskarten steigt auf 40 DM (ermäßigt 30 DM). Neu ist die Monatskarte mit Sperrzeit (gültig nach 9 Uhr) für 25 DM (ohne Ermäßigung). Neu ist auch die 24-Stunden-Karte für 4 DM. Es handelt sich um die dritte Erhöhung der Tarife seit der Wende.

Fahrplanwechsel 1993
Montag, 4. Januar 1993

Fahrplanheft 1993
Fahrplanheft 1993

Am ersten Werktag des neuen Jahres wird ein neuer Fahrplan eingeführt. Nach rund sechs Monaten löst er den unter Sparzwang entstandenen Katastrophenfahrplan vom 01.06.1992 (Ergänzungen vom 09.06. und 17.08.92) ab. Dennoch wird der alte DDR-Standard (Betriebszeit von 3.30 bis 0.30, Freitag und Samstag bis 1.30 Uhr) nicht mehr erreicht. Die Linien 3, 5 und D werden wieder eingeführt.

Fahrplan Stadtverkehr 1993/94
(04.01.1993-31.07.1994)

Straßenbahn: Auf den Straßenbahnlinien wird von 4.30 bis 20 Uhr (Sonnabend und Sonntag bis 18 Uhr) wieder im 15-Minuten-Takt, danach bis ca. 22.30 Uhr im 20-Minuten-Takt gefahren, worauf bis gegen Mitternacht alle 40 Minuten gefahren wird. Die volle Betriebszeit über im Einsatz sind nur die drei Hauptlinien 1, 2 und 4. Die alte Linienordnung wird auf allen Linien wieder hergestellt, die Linien 3 und 5 werden wieder eingeführt. Lediglich Linie 3 wird bis zum Abschluss der Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt weiterhin zum Stadion fahren und ist somit eigentlich eine Linie 4E, weil sie nur Stationen anfährt, die ohnehin von Linie 4 bedient werden. Außer in den Spitzenstunden (Montag-Freitag ca. 5-8 und 14-18 Uhr) fährt nur jeder zweite Zug der Linie 4 bis Markendorf. Die anderen Fahrten enden bereits an der Kopernikusstraße. Auf den Linien 2 bis 4, sowie 6 und 7 fahren in der Regel Solo-KT4D, auf Linie 1 ausschließlich Gotha-/Reko-Zweiwagen-Züge und auf Linie 5 fahren sowohl Solo-KT4D als auch Gotha-/Reko-Zweiwagen-Züge.

Stadtbus: Auch beim Bus wird das Angebot wieder ausgeweitet. Einen echten Taktverkehr gibt es aber nur auf den Linien A (heute 980) und B (981), den beiden Hauptlinien im Frankfurter Busverkehr. Sie fahren werktags bis etwa 20 Uhr alle 30 Minuten, danach alle 40 Minuten. Linie A wird in den Hauptverkehrszeiten (HVZ) auf einen 15-Minuten-Takt verdichtet. Die vor allem zur Bedienung der Frankfurter Vororte bestimmten Buslinien C (982), D (983) und F (984) fahren nur tagsüber und weisen keinen echten Takt auf. Die Buslinie D wurde wieder eingeführt und somit die Linie B wieder vom zwischenzeitlichen Endpunkt Booßen zum Spitzkrug zurück gezogen. Neu ist, dass die Linie D nun vom Bahnhof zur Hamburger Straße parallel zur Buslinie B fährt und somit das Fahrtenangebot ins Hansa-Viertel (auch Frankfurt-Nord genannt) zusätzlich verstärkt. Die Linie G fährt nur in den Hauptverkehrszeiten und zwar im 30-Minuten-Takt. Auch sie verstärkt zwischen dem Bahnhof und dem Hansa-Viertel die Linie B.

Straßenbahn ab 04.01.1993
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegelände - Platz der Republik - Stadion
 
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(außerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstraße nur jeder 2. Zug)
Linie 5 Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 6-8 und 13-17 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Kopernikusstraße - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-16 Uhr)
Stadtbus ab 04.01.1993
Bus | Autobus
Linie  A  Seefichten - Ziolkowskiallee - Bahnhof - Hamburger Straße - Meurerstraße
(ab 20 Uhr erst ab Ziolkowskiallee, dabei von Kopernikusstraße)
Linie  B  Kopernikusstraße - Bahnhof - Hamburger Straße - Spitzkrug
 
Linie  C  Bahnhof - Messegelände - Rosengarten - Lichtenberg - Klinikum
(nur bis 22 Uhr)
Linie  D  Bahnhof - Hamburger Straße - Kliestow - Booßen
(nur bis 19 Uhr)
Linie  F  Bahnhof - Grenzbahnhof - Güldendorf - Lossow
(nur bis 21 Uhr)
Linie  G  Bahnhof - Prager Straße - Seefichten
(nur Montag-Freitag 6-8 und 14:30-16:30 Uhr)
Linie  H  Bahnhof / Spitzkrug - Helene-See
(nur Saisonverkehr Mai bis Oktober und nur Tagesverkehr)
Linie  K  Kopernikusstraße - Am Messegelände - Lennéstraße
(nur Montag-Freitag 4 bis 5 Fahrten pro Richtung)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien (Linie 1 - 7) und der im Takt fahrenden Buslinien (Linie A, B, G). Die Stundenangaben in der zweiten Zeile sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Die Taktangaben für Linie A beziehen sich auf den Kernabschnitt, darüberhinaus fahren einzelne Fahrten zu abweichenden Zielen. Die Buslinie K und die Vorortbuslinien C, D und F fahren ohne echten Takt.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
07:00
07:00
18:00
18:00
20:00
20:00
22:00
22:00
23:00
1 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
2 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
3 - 15' - - -
4 30' 15' 15'* 15' 15'* 30' 15'* 20'~ 20'~ 30'-40'
5 - 15' - 15' - - -
6 - 15' - - -
7 - 15' - 15' - - -
 A  30' 15' 30' 15' 40' 60' 30' 40' 40'
 B  30' 40' 60' 30' 40' 40'
 G  - 30' - 30' - - -

* = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 30 Min.,
~ = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 40 Min.

Bauarbeiten Lebuser Vorstadt fortgesetzt
Sonntag, 31. Januar 1993

Die Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt werden fortgesetzt, Linie 1 fährt wieder zwischen Neuberesinchen und Große Oderstraße, weiterhin mit Gotha-/Reko-Zügen, wenngleich die Umleitungsstrecke KT4D-tauglich wäre. Zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt fahren Busse im Ersatzverkehr. Teilweise fahren die Busse nur bis Topfmarkt.

Erster serienmodernisierter KT4D
Dienstag, 2. Februar 1993

Wagen 201 1995 in der Bahnhofstraße
Wagen 201 1995 in der Bahnhofstraße

Der KT4DM 202 kommt als erster von der Modernisierung aus Mittenwalde zurück. Die Tw 201, 203, 204, 209, 213 und 214 folgen in den nächsten Tagen. Damit ist die erste Serie der KT4D-Modernisierung abgeschlossen, nachdem Tw 227 bereits 1991 nach einem Unfall in Mittenwalde umgebaut wurde. Zu diesem Zeitpunt ist geplant, 1993 sechs, 1994 sieben und 1995 die restlichen KT4D (das wären damals noch 13 Wagen gewesen) zu modernisieren und für einen langfristigen Einsatz herzurichten. Außer den 150.000 DM (ca. 77.000 €) Landesmitteln steuert die SVF nur 15.000 DM (7.700 €) Eigenkapital bei.

Laut Blickpunkt Straßenbahn wurden folgende Umbauten vorgenommen: Neulack, Klapp- statt Schiebefenster, zusätzliche Dachkante mit neuer Entwässerung, elektromagnetische Besandungsanlage, Bochumer Räder, Rückfahreinrichtung, H4-Scheinwerfer und 3. Spitzenlicht, neue Schlussleuchten mit Nebelschlussleuchte, Leichtbaustromabnehmer der Firma Stemmann, IBIS-Verkabelung, drei Matrix-Anzeigen, Gorba-Haltestellen-Innenanzeige, Beschallungsanlage innen, neue Heizung und Lüftung, Fahrersitz, mittiger Scheibenwischer, durch Lichtschranken gesicherte Türschließung unter Verwendung der alten Türen mit neuer wartungsfreier Führungsschiene, ein Kurzwegregistriergerät mit neuem Tachographen, Notbremssperrtaster, gepolsterte Fahrgastsitze, neue Innenverkleidung, neuer rutschfester Fußboden, eine per Thermostat geregelte Hagenuk-Heizung unter Verwendung der alten Heizkörper und verzinkte Trittstufenkästen.

Kooperation mit Eisenhüttenstädter EPNV
Freitag, 16. April 1993

Die Verkehrs- und Tarifgemeinschaft Region Frankfurt (Oder) wird durch die SVF und die Eisenhüttenstädter EPNV gegründet. Auf Abschnitten, auf denen Linien beider Unternehmen parallel fahren, werden Fahrscheine des jeweils anderen Unternehmens anerkannt. Das betrifft aber nur die Strecke Hohenwalde - Bahnhof, außerdem werden solche Vereinbarungen mit der Einführung des Verkehrsverbundes Ende der 1990er Jahre hinfällig.

Gothazüge nur noch auf Linie 1
Montag, 26. April 1993

Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994
Gotha-Zug 14 + 138 Anfang 1994

Die Straßenbahnlinien 2 und 5 werden auf reinen KT4D-Solo-Betrieb umgestellt. Bisher fuhren auf diesen Linien Solo-KT4D und Gotha-/Reko-2-Wagen-Züge. Derzeit sind noch zwölf Gotha-/Reko-Züge einsatzbereit. Regelmäßig eingesetzt werden nur noch vier Züge auf der Linie 1, die noch typenrein mit Zweiachsern bedient wird. Alle anderen Linien fahren fast ausschließlich mit Solo-KT4D, nur noch selten hilft ein Gotha-/Reko-Zug aus. Dennoch kommen im Mai und Juni 1993 alle drei Fahrschulwagen vom Typ Gotha (L-Tw 6 und L-Bw 110 III) bzw. Reko (L-Tw 5 II) zum Einsatz.

Haltestellenkanten geschliffen
Mai 1993

Im Mai und Juni werden im gesamten Stadtgebiet Haltestellen im Hinblick auf den geplanten Niederflurwageneinsatz geschliffen. Die ab Ende 1993 einzusetzenden GT6M sind breiter als der bisherige Wagenpark und machen ein breiteres Profil im Haltestellenbereich erforderlich.

Kauf von Niederflurwagen beschlossen
Donnerstag, 24. Juni 1993

Die Stadtverordnetenversammlung billigt die Anschaffung von acht Niederflurwagen des Typs GT6M von MAN/AEG. Der erste Wagen soll noch Ende des Jahres geliefert werden.

SVF-Kundenzentrum eröffnet
Mittwoch, 11. August 1993

Das verbliebene charakteristische Straßenbahnhäuschen aus den 1920er Jahren am Platz der Republik ist zum Kundenzentrum der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) umgebaut worden. Ein zweites Häuschen unmittelbar daneben, musste bereits 1983 dem erweiterten Einmündungsbereich der Kreuzung Karl-Marx-Straße/Heilbronner Straße (damals Wilhelm-Pieck-Straße) weichen.

Auffahrunfall in Schleife Neuberesinchen
Dienstag, 24. August 1993

Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992
Gotha-Zug 33 + 108 in Lebuser Vorstadt 1992

In der Schleife Neuberesinchen wird Triebwagen 33 II (Typ T57, Baujahr 1961) bei einem Auffahrunfall mit dem KT4DM 213 so stark beschädigt, dass er ausgemustert werden muss.

Neue Haltestelle Oderturm
September 1993

Die Haltestelle Oderturm
Die Haltestelle Oderturm

Nach der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums Oderturm am 1. August 1993 wurde im September in der Logenstraße eine neue Haltestelle namens Oderturm zwischen den Haltestellen Platz der Republik und Große Oderstraße eingerichtet. Bedient wurde die neue Station zunächst von der Straßenbahnlinie 6. Wegen Bauarbeiten auf dem Ast in die Lebuser Vorstadt kam in den ersten Wochen auch die Linie 1 hier vorbei.

Niederflurwagen zur Probe
Montag, 13. September 1993

Aus Zwickau trifft ein Niederflurwagen vom Typ GT6M in Frankfurt ein. Es handelt sich um den Zwickauer Tw 903, der bis zum 28.09.1993 in Frankfurt (Oder) weilt. Das Fahrzeug wurde per Tieflader direkt aus dem Herstellerwerk MAN Nürnberg angeliefert. Es wurden Fahr- und Bremsversuche im Bereich der Abstellanlage Neuberesinchen und im Streckennetz vorgenommen. Dabei kam es laut Blickpunkt Straßenbahn zu zwei Entgleisungen. Es zeigte sich, dass es Probleme mit den breiten Radlaufflächen gab. Nach seinem Einsatz in Frankfurt ging der Niederflurwagen für drei Tage nach Cottbus, danach zunächst zurück zum Hersteller nach Nürnberg. Cottbus entschloss sich nicht zur Beschaffung von Wagen dieses Typs, sondern stattete später modernisierte KT4D mit niederflurigen Mittelteilen aus. Abgesehen von Berlin blieb Frankfurt (Oder) die einzige Stadt Brandenburgs die den Wagentyp GT6M/GT6N beschaffte. Fahrgasteinsätze fanden mit dem Zwickauer Wagen nicht statt.

Umzug des Bushofes
Samstag, 25. September 1993

Der Bushof ist von seinem bisherigen Domizil am Oderhang in den entstehenden Straßenbahnbetriebshof Neuberesinchen umgezogen.

Wieder mehr Zweiachser im Einsatz
Oktober 1993

Tw 35 1993 am Westkreuz
Tw 35 1993 am Westkreuz

Da derzeit fünf KT4D (Tw 206-208, 210 und 219) zur Modernisierung in Mittenwalde weilen, kommt es zu Fahrzeugengpässen. Auch auf den Linien 5 und 6 kommen daher wieder vereinzelt Gotha- bzw. Reko-Wagen zum Einsatz.

Partytram 54 vorgestellt
Samstag, 16. Oktober 1993

Triebwagen 54 II (Typ T57E, Baujahr 1957) wird in elfenbeinfarbenem und blauem Lack als rollende Bierkneipe vorgestellt. Der Wagen wurde durch Stehtische und einen Ausschank ergänzt. Das Fahrzeug wurde als Bierwagen Linie 54 gekennzeichnet und war über das Hotel Frankfurter Hof zu buchen. 1998 ging der Wagen nach Cottbus.

Pendelverkehr Lebuser Vorstadt
Montag, 15. November 1993

Ursprünglich sollte an diesem Tag der Verkehr in die Lebuser Vorstadt wieder aufgenommen werden. Durch die kurzfristige Bereitstellung zusätzlicher Gelder wird aber weiter gebaut. Der Schienenersatzverkehr fährt nur noch zwischen Bahnhof und Topfmarkt, von wo bis zur Endstelle Lebuser Vorstadt die Gotha-Tw 28 III und 29 II auf dem stadtauswärtigen Gleis einen Pendelverkehr bestreiten. Fahrgäste, die sonst mit der Linie 1 von Neuberesinchen in die Lebuser Vorstadt durchfahren können, müssen nun zweimal umsteigen.

Erstmals KT4D auf Linie 1
Samstag, 4. Dezember 1993

Auf der Straßenbahnlinie 1, der letzten Linie auf der bisher ausschließlich Zweiachser vom Typ Gotha und Reko eingesetzt wurden, wird am Wochenende der Betrieb mit Solo-KT4D eingeführt. Wegen der Gleissanierung in der Lebuser Vorstadt fährt die Linie 1 seit Januar 1993 zur Großen Oderstraße. Erstmals kommen KT4D auf der 1 zum Einsatz. Erstmals gibt es Tage, an denen keine Zweiachser mehr fahren. Die werden nur noch an Wochentagen auf einigen Kursen der Linien 1, 5 und 6 eingesetzt.

Aufgrund von Fahrgastprotesten endet der am 15. November eingerichtete Inselbetrieb mit den Wagen 28 und 29 zwischen Topfmarkt und Lebuser Vorstadt. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird wieder zwischen Bahnhof und Lebuser Vorstadt gefahren.

Gesamtnetz zweigleisig und KT4D-tauglich
Montag, 20. Dezember 1993

KT4D-Tw am Platz der Republik 1994
KT4D-Tw am Platz der Republik 1994

Die zweite Phase der Streckensanierung in der Lebuser Vorstadt ist abgeschlossen. Vorübergehend fährt Linie 1 wieder in die Lebuser Vorstadt, erstmalig auf der Strecke auch mit KT4D und KT4DM. Mit der Inbetriebnahme eines neuen Unterwerkes in der Lebuser Vorstadt ist der Einsatz von Tatrawagen von nun an im gesamten Netz möglich. Bei den Arbeiten wurde auch der letzte eingleisige Abschnitt zwischen den Haltestellen Klingestraße und Am Winterhafen mit einem zweiten Gleis versehen. Erstmals seit 95 Jahren ist das gesamte Netz zweigleisig. Entfallen ist der Gleiswechsel am Topfmarkt.

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 1993
1993

Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.
Frankfurts erster Einrichtungswagen am Platz der Republik.

Innerhalb eines Jahres wurde der Bestand an zweiachsigen Fahrzeugen von 48 Wagen auf 24 halbiert. Es verbleiben zwölf Gotha-/Reko-Züge in der Stadt. So lange sich immer wieder KT4D in der Modernisierung befinden, sind sie noch nicht abkömmlich. Insgesamt hat die Frankfurter Straßenbahn 58 Wagen im Bestand, im Vorjahr waren es noch 82. Wegen eines Unfallschadens musste auch Tw 26 (Typ T57E, Baujahr 1957, 1967 ex Halle/Saale) ausgemustert werden, der eigentlich als historischer Triebwagen vorgesehen war. Er besaß ein Schaltrad und war obendrein 1967 das erste Einrichtungsfahrzeug in der Stadt. Im Linienverkehr werden keine Reko-Triebwagen mehr eingesetzt.

Wagenpark (Stand 31.12.1993) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 13
Zweiachsige Beiwagen 13
Vierachsige Triebwagen 34
Historische Wagen 1
Arbeitswagen 8

Neue Haltestelle Technologiepark
Dienstag, 15. Februar 1994

KT4D-Tw 228 am Technologiepark
KT4D-Tw 228 am Technologiepark

Zwischen den Haltestellen Markendorf, Siedlung und Friedenshöhe (heute Astronergy Solarmodule) geht für die Straßenbahnlinien 4 und 7 die neue Haltestelle Technologiepark in Betrieb. Sie erschließt das neue Business Innovation Centre an der B87 und das ebenfalls hier ansässige so genannte World Trade Center. Die Straßenbahnstrecke wurde 1988 eröffnet, die Haltestelle Technologiepark war die erste nachträglich eingefügte Station auf diesem Abschnitt.

Erster Niederflurwagen eingetroffen
Freitag, 18. Februar 1994

GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen
GT6M 301 in der Gleisschleife Neuberesinchen

Die im Juni 1993 beschlossene Anschaffung von Niederflurwagen hat begonnen. Das erste von acht Fahrzeugen des Typs GT6M trifft in Frankfurt ein. Das Fahrzeug wird mit der Wagennummer 301 gekennzeichnet und ist der erste Niederflurwagen in der Region Berlin/Brandenburg. Der Wagen wurde bereits 1993 gebaut. Bei ersten Probe- und Lastfahrten wurde deutlich, dass die im letzten Sommer vorgenommene Anpassung von Lichtraumprofilen in Haltestellenbereichen noch nicht ausreichend war. Es müssen weitere Haltestellenkanten beschnitten werden. Vorerst ist ein Einsatz aus diesem Grund auf der Strecke nach Markendorf noch nicht möglich.

Der Prototyp des sechsachsigen Gelenktriebwagens von MAN wurde im Februar 1990 in Bremen vorgestellt. Seit 1993 erfolgte die Serienlieferung durch AEG, später ADtranz. Das 26,50 m lange Fahrzeug ist zu 100% niederflurig und war mit dieser Eigenschaft das weltweit erste. Geliefert wurde für meterspurige Netze die Version GT6M (M für Meterspur) und für normalspurige Netze (1.435 mm Spurweite) die Version GT6N (N für Normalspur). Den Antrieb übernehmen drei Drehstrom-Asynchron-Motoren, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 Stundenkilometer.

Das zweite Niederflurfahrzeug, der GT6M 302 (ebenfalls Baujahr 1993) trifft am 8. März 1994 in Frankfurt (Oder) ein. Die anderen sechs Fahrzeuge mit den Wagennummern 303 bis 308 werden zwischen Februar und November 1995 geliefert.

Nächster Bauabschnitt zur Lebuser Vorstadt
Dienstag, 15. März 1994

Nach der Winterpause werden die Bauarbeiten am Streckenast in die Lebuser Vorstadt fortgesetzt. Die Straßenbahnlinie 1 fährt wieder zwischen Neuberesinchen und Große Oderstraße (heute Europa-Universität). Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wird zwischen den Haltestellen Platz der Republik und Lebuser Vorstadt eingerichtet.

Die zwischenzeitliche Diskussion über die Anlage von Rasengleisen auf der Karl-Marx-Straße wird schnell beendet. Aus städtebaulicher Sicht sind Rasengleise auf einer Haupteinkaufsstraße wenig vorteilhaft, sollen doch Fußgänger die Straße ohne Weiteres überqueren können. Desweiteren ist bereits damals geplant, die Busse des Stadtverkehrs die Straßenbahngleise als Fahrtrasse künftig mitnutzen zu lassen.

Erstmalig Nachtbusverkehr
Samstag, 19. März 1994

Erstmals wird eine Nachtbuslinie eingerichtet. Sie fährt in den Nächten von Freitag zu Sonnabend und von Sonnabend zu Sonntag jeweils um 2:00 Uhr auf einem Rundkurs durch die Stadt. Start- und Endpunkt der Fahrt ist die damalige Stadthalle, damals eine Diskothek. Der Bus kann zum Normaltarif genutzt werden. Ein Erfolg wurde dieser erste Ansatz für einen Nachtverkehr noch nicht. Zum Fahrplanwechsel am 1. August 1994 wurde der Nachtbus wieder eingestellt. Erst seit 1997 gibt es wieder einen regelmäßigen Nachtverkehr, die heutige Nachtlinie N1.

Ebenfalls an diesem Wochenende wird der Übergang vom 30- zum 15-Minuten-Takt an Sonntagen von 7 Uhr auf 8 Uhr verschoben.

Tarifänderung 1994
Freitag, 1. April 1994

Nach 15 Monaten müssen sich Nahverkehrskunden an neue Fahrpreise gewöhnen. Erneut werden die Fahrpreise angehoben, zum vierten Mal seit der Wende. Die Einzelfahrt (45-Minuten-Zeitkarte) verteuert sich von 1,60 DM auf 1,80 DM, ermäßigt 1,20 DM. Noch sind 5-Fahrten-Karten für 6,50 DM (bisher 6 DM), ermäßigt 5 DM, im Angebot. Eine Tageskarte kostet 4,50 DM, eine Familientageskarte 9 DM. Monats- und Jahreskarten bleiben im Preis unverändert.

Generationswechsel bei der Straßenbahn
Freitag, 15. April 1994

GT6M 302 in Neuberesinchen
GT6M 302 in Neuberesinchen

Offiziell wird an diesem Tag der Generationswechsel bei den Straßenbahnwagen vollzogen. Frankfurts erste Niederflurwagen gehen in den Linienverkehr. Am Morgen fand im damaligen Betriebshof Bachgasse eine Festveranstaltung mit Vertretern der AEG, der Stadt und der Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) statt. Im Anschluss rollte ein Fahrzeugkorso mit allen historischen Wagen (Tw 41, Tw 49, Tw 60), dem Partywagen 54, dem modernisierten KT4D 219 und den beiden Niederflurwagen 301 und 302 (Typ GT6M) durch die Stadt. Am frühen Nachmittag fuhr der GT6M 301 noch mit Girlandenschmuck erstmals mit Fahrgästen auf der Linie 6 (Neuberesinchen – Große Oderstraße [heute Europa-Universität]). Zunächst fuhren die Niederflurwagen nur auf der Linie 6 und daher nur an Werktagen.

Aus dem Liniendienst wurden die Zweiachs-Fahrzeuge der Typen Gotha und Reko verabschiedet. Allerdings war dieser Abschied wie das Winken zwei Stunden vor der Abreise. Die Gotha-Wagen waren nämlich noch ein ganzes Jahr unentbehrlich. Die Modernisierung der vorhandenen KT4D war noch nicht abgeschlossen. Wann immer Tatrawagen zum Umbau in Mittenwalde waren, mussten Gotha-Züge auch weiterhin aushelfen. Lediglich Reko-Wagen waren tatsächlich nicht mehr im Fahrgasteinsatz. Allerdings befanden sich im Arbeitswagenpark noch mehrere Reko-Triebwagen. Nachdem im Frühjahr 1994 erneut eine Reihe von Gotha- und Reko-Wagen abgestellt wurde, standen für den Fahrgastverkehr nur noch fünf Gotha-Züge zur Verfügung. Folgende Zweiachs-Züge waren weiterhin im Einsatz: 27+111, 29+108, 34+113 (jeweils Typ T57+B57), 35+109 (Typ T57+B57E) und 41+103 (Typ T2D+B2-64).

Neues von den Niederflurwagen
Juni 1994

Die beiden Niederflurwagen (GT6M 301 und 302) erhalten am 7. und 8. Juni als erste Frankfurter Fahrzeuge Fahrscheinautomaten von der Firma Klüssendorf. Zu Messfahrten erreicht am 21. Juni erstmals ein Niederflurwagen den Endpunkt Kopernikusstraße. Weil auch in Berlin zur selben Zeit Niederflurwagen vom Typ GT6N beschafft werden, werden in Frankfurt (Oder) Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf diesem Wagentyp ausgebildet.

Fahrplanwechsel 1994
Montag, 1. August 1994

Fahrplanheft 1994
Fahrplanheft 1994

Die Änderungen in der neuen Fahrplanperiode halten sich in Grenzen. Grund für die Umstellung ist der Abschluss der Sanierung der Straßenbahnstrecke in die Lebuser Vorstadt. Seit März 1992 wurde die Strecke immer wieder zumindest teilweise stillgelegt und erneuert. Mit der Fertigstellung der Strecke ist die grundhafte Sanierung des Frankfurter Straßenbahnnetzes abgeschlossen. Künftige Baumaßnahmen sind nicht mehr von jahrelangen Streckensperrungen gekennzeichnet sondern werden meistens in den Sommerschulferien abgehandelt.

Fahrplan Stadtverkehr 1994/95
(01.08.1994-20.08.1995)

Straßenbahn: Am wichtigsten ist die Zurücklegung der Linie 3 vom Stadion zur Lebuser Vorstadt. Vor zweieinhalb Jahren wurde sie wegen der Bauarbeiten in der Lebuser Vorstadt zum Stadion verlegt. Nun ist die Sanierung der Strecke abgeschlossen und Linie 3 erreicht erstmals seit 10.03.1992 wieder ihren Endpunkt Lebuser Vorstadt. Auch die Linie 2 fährt nicht mehr zum Stadion sondern zur Großen Oderstraße (heute Europa-Universität). Dadurch wird dieser kurze Streckenabschnitt auch abends und am Wochenende bedient. Der eher unbedeutende Abschnitt zum Stadion wird statt von drei Linien nur noch von der Linie 4 bedient. Außer in den Spitzenstunden (Montag-Freitag ca. 5-8 und 14-18 Uhr) fährt weiterhin nur jeder zweite Zug der Linie 4 bis Markendorf. Die anderen Fahrten enden bereits an der Kopernikusstraße. Neu ist, dass die bisherige Hauptverkehrszeitlinie 5 Montags bis Freitags auch vormittags fährt, wenn auch nur im 30-Minuten-Takt. Die beiden Niederflurwagen kommen in der Regel auf den Linien 5 und 6 zum Einsatz. Alle anderen Kurse werden, bis auf wenige Ausnahmen auf der Linie 1 auf der vereinzelt noch Gotha-Zweiwagen-Züge eingesetzt werden, mit Solo-KT4D bedient.

Stadtbus: Bei den Buslinien gab es nur kleinere Fahrplananpassungen, Linienwege wurden nicht geändert. Es gilt weiterhin das Linienschema vom 04.03.1993. Lediglich die am 19.03.1994 eingeführte Nachtlinie wird mangels Nachfrage wieder abgeschafft.

Straßenbahn ab 01.08.1994
Tram | Tramwaj
Linie 1 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
 
Linie 2 Messegelände - Platz der Republik - Große Oderstraße
 
Linie 3 Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Lebuser Vorstadt
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 4 Markendorf - Kopernikusstraße - Bahnhof - Platz der Republik - Stadion
(außerhalb der HVZ Markendorf - Kopernikusstraße nur jeder 2. Zug)
Linie 5 Messegelände - Bahnhof - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 6-17 Uhr)
Linie 6 Neuberesinchen - Bahnhof - Platz der Republik - Große Oderstraße
(nur Montag-Freitag 6-18 Uhr)
Linie 7 Markendorf - Kopernikusstraße - Neuberesinchen
(nur Montag-Freitag 5-8 und 13-16 Uhr)

Nachfolgend gelistet sind die Taktfolgen der Straßenbahnlinien. Die Stundenangaben in der zweiten Spalte sind nur als ca.-Angaben zu verstehen. Sonnabends beginnt der 15-Minuten-Takt um 7, Sonntags um 8 Uhr.

Montag-Freitag Sonnabend/Sonntag täglich
04:00
05:00
05:00
08:00
08:00
14:00
14:00
18:00
18:00
20:00
04:00
07:00
07:00
18:00
18:00
20:00
20:00
22:00
22:00
23:00
1 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
2 30' 15' 30' 15' 20' 20' 30'-40'
3 - 15' - - -
4 30' 15' 15'* 15' 15'* 30' 15'* 20'~ 20'~ 30'-40'
5 - 15' 30' 15' - - -
6 - 15' - - -
7 - 15' - 15' - - -

* = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 30 Min.,
~ = Markendorf - Kopernikusstraße nur alle 40 Min.

Straßenbahnunfall am Platz der Republik
Sonntag, 7. August 1994

An der Kreuzung Heilbronner Straße/Karl-Marx-Straße kommt es zu einem Unfall. Die beiden KT4DM 202 und 213 (beide Baujahr 1987) kollidierten miteinander. Verursacht hat den Unfall der dem in Richtung Große Oderstraße fahrendem Tw 213 folgende Wagen. Weil die Weichensteuerung noch aus DDR-Zeiten stammt, war es dem Folgewagen möglich, die Weiche unter dem Tw 213 umzulegen. Das führte dazu, dass der B-Teil des Tw 213 nun in eine andere Richtung die Kreuzung verließ als der A-Teil. Der B-Teil fuhr in Richtung Lebuser Vorstadt und kollidierte dadurch mit dem ebenfalls geradeaus entgegen kommenden Tw 202, der als Linie 2 zum Messegelände unterwegs war. Bei der Kollision wurde Tw 202 aus den Gleisen gedrückt. Nach Reparatur in eigener Werkstatt sind die beiden Wagen seit dem 05. (Tw 213) bzw. dem 21.09.1994 wieder im Dienst.

KT4D-Doppeltraktion im Baustellenverkehr
Montag, 26. September 1994

Zwischen den Haltestellen Dresdener Straße (heute Dresdener Platz) und Johann-Eichorn-Straße werden an mehreren Tagen Schweißarbeiten durchgeführt. Wurden solche Arbeiten bisher oft am späten Abend oder nachts durchgeführt, hatten Anwohnerproteste eine Verlegung auf den Vormittag bewirkt. Um so ungestört wie möglich arbeiten zu können, werden die Linien 3, 5 und 6 in den Vormittagsstunden eingestellt. Um auf den verbliebenen Linien 1 und 4 dennoch genügend Plätze anzubieten, werden zwei Kurse der Linie 1 mit KT4D-Doppeltraktionen gefahren. Zum Einsatz kommen die nicht modernisierten KT4D 229+230 sowie 231+232.

Von April 1992 bis April 2004 gab es im regulären Linienverkehr keine Einsätze von KT4D-Doppeltraktionen.

Kleiner Umbau am Westkreuz
Mittwoch, 19. Oktober 1994

Die Kreuzung am Westkreuz geht nach einem kleineren Umbau wieder in Betrieb. Stadtauswärts wurde die Linksabbiegerspur der August-Bebel-Straße von der Straßenbahnspur getrennt. Auch eine neue Ampel mit Vorrangschaltung für Bus und Straßenbahn wurde übergeben. Zu diesem Zeitpunkt sind zehn Ampelanlagen mit solch einer Vorrangschaltung ausgestattet.

Einsatz der Niederflurwagen
Dienstag, 1. November 1994

Aufgrund des starken Verkehrsaufkommens auf der Strecke nach Neuberesinchen werden die beiden vorhandenen Niederflurwagen (GT6M 301 und 302) auf der Linie 6 eingesetzt. Am Wochenende bleiben die Wagen ohne Einsatz. Anlässlich der Oderlandmesse auf dem Messegelände kommt am 26. November erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 2 zum Einsatz. Am ersten Adventssonnabend, den 3. Dezember, kommt wegen des starken Einkaufsverkehrs erstmalig ein Niederflurwagen auf der Linie 1 zum Einsatz. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden keine zusätzlichen Wagen eingesetzt. Ebenfalls an den Adventssamstagen wurde zwischen dem Spitzkrug-Center und der Innenstadt ein Park&Ride-Verkehr eingerichtet, der Besucher der Innenstadt veranlassen sollte, das Auto auf den riesigen Parkplätzen am Spitzkrug stehen zu lassen und mit dem Bus in die Innenstadt zu fahren. Die Resonanz auf dieses Angebot war äußerst gering.

Fahrzeugzu- und abgänge Straßenbahn 1994
1994

Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg
Frankfurter Gotha-Wagen in Naumburg

Während nach der Ausmusterung von weiteren 15 Gotha- bzw. Reko-Wagen nur noch neun zweiachsige Fahrzeuge für den Linienverkehr vorhanden sind, werden erstmalig in der Geschichte der Frankfurter Straßenbahn sechsachsige Fahrzeuge geliefert, zwei fabrikneue Niederflurwagen vom Typ GT6M. Mit dem Ausscheiden der letzten drei BZ70/1 endet der Einsatz von Rekowagen im Linienverkehr.

Der Triebwagen 28 (Typ T57, Baujahr 1958, 1973 ex Gotha) ging am 22. April als Wagen 33 zur Straßenbahn Naumburg. Das Fahrzeug wurde in Frankfurt bereits für Naumburg komplett lackiert und beschriftet und verlässt per LKW die Stadt. Im Jahr 2007 wurde er nach Chemnitz weiterverkauft und dort zunächst auf Normalspurweite von 1.435 mm umgespurt. Seitdem läuft er in Chemnitz als historischer Triebwagen 802. Am 12. Oktober ging Beiwagen 108 (Typ B57, Baujahr 1961) nach Naumburg, am 26.10.1994 wird Tw 34 (Typ T57, Baujahr 1961) dorthin überführt. Der Triebwagen wird auch in Naumburg als Wagen 34 fahren.

Wagenpark (Stand 31.12.1994) Anzahl
Zweiachsige Triebwagen 6
Zweiachsige Beiwagen 4
Vierachsige Triebwagen 34
Sechsachsige Triebwagen 2
Historische Wagen 3
Arbeitswagen 5